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Torfrock spielt am Freitag das letzte Vamos-Konzert. Foto: nh/sauerbreyn

Finale mit Presslufthammer

Lüneburg. Zum Schluss wird nochmal alles gegeben. Das Vamos schließt, macht an den letzten Tagen kräftig Party, und das letzte Konzert gibt am Freitag Torfrock. Knapp 24 Jahre, das sind auch mehr als 2500 studentische Hilfskräfte und mehr als 2500 Partys, gut 500 kulturelle Veranstaltungen und schließlich vergebliche 14 400 Unterschriften für den Erhalt des Vamos. Jetzt fällt die Halle von Campus Management zurück an die Leuphana. Das Campus-Team um Klaus Hoppe wird weitermachen, kündigt es an. Aber wo?

Sicher ist: Eine Halle in der Größe des Vamos (bis zu 1200 Plätze) fehlt künftig in der Stadt. Das Team von Campus Management (eine 100%-ige Tochter von Campus e.V.) wird wandern. Einen Heimspielort gibt es: die Ritterakademie. Sie ist aber deutlich kleiner, im Stehen passen maximal 600 Besucher hinein, bestuhlt deutlich weniger. Die Veranstaltungsdichte in der Ritterakademie erhöht sich trotzdem in den kommenden Monaten spürbar. Die 40up-Partys wandern vom Vamos hinüber, Bastian Sick (7. Januar), Martin Zingsheim (21. Januar) und „Cavewoman“ (28. Januar) sind die ersten Kulturtermine im neuen Jahr. Die Rittterakademie hat ein sehr großes Foyer und, davon mit einer Mauer abgetrennt, den eigentlichen Veranstaltungsraum. Könnte die Mauer mehr oder weniger raus? Das wäre eine Idee für einen größeren Spielort. Aber: Denkmalschutz? Statik?

Sicher ist auch: „Wir haben Interesse daran, über die Ritterakademie hinaus Veranstaltungen zu machen“, sagt Hoppe. Einmal wurde der Saal des Theaters gebucht, eine Tattoo-Convention wird Campus in der Sporthalle am Kreideberg veranstalten. „Wir finden aber nicht so viele externe Orte, wie wir bräuchten“, sagt Hoppe.

Aus der geplanten Groß-Arena ist Campus raus, sie soll vom Hamburger Festival- und Konzertveranstalter FKP Scorpio bespielt werden. Noch laufen die Verhandlungen, es geht um Abstimmungen am Gebäude und in den Kalendern – mit dem Landkreis und mit den Volleyballern. Die Arena wird so oder so oder anders im kommenden Jahr ein großes Thema – für Campus aber nicht, es sei denn, FKP Scorpio stiege aus. Dafür gibt es aber keine Anzeichen.

Danach werden Technik, Bühne und Tresen ausgebaut

Sind andere Ort denkbar, die Campus bespielen könnte? Das neue Audimax gegenüber vom Vamos? „Zu hoher Kostendruck“, sagt Hoppe. Die Mietkosten sind sehr hoch, von rund 5000 Euro pro Abend wird gesprochen. Was ist mit der „Musiclocation“ Garage? Die Disko soll ein Lüneburger Bau-Investor gekauft haben. Der Vertrag mit den derzeitigen Pächtern laufe bis Frühjahr 2019, heißt es. Führt Campus Gespräche? Da wird Hoppe einsilbig bzw. zur Sphinx. Folgerung: Es wäre wohl interessant, sollte sich eine Möglichkeit des Pachtens ergeben. Viel Konjunktiv!

Das Vamos jedenfalls wird bis zum 15. Januar geräumt. Vorher wird also am Freitag zur „28. Bagaluten-Wiehnacht“ geläutet. Das Konzert ist bereits restlos ausverkauft. Torf­rock wird ein stark lederbejacktes und mitsing- bis mitgröhlwilliges Publikum unterhalten – mit beinharten Hits wie dem vom „Presslufthammer B-B-B-Bernhard“. Es wird ein Vorprogramm geben, die Jungs aus Torfmoorholm mit ihrem Bleckeder Drummer Stefan Lehmann holzen um 20 Uhr los, und später ist noch Party wie an den letzten Tagen des Jahres und des Vamos laufend. Dann werden Technik, Bühne, Tresen ausgebaut und eingelagert. Kann ja sein, dass sie doch noch andernorts gebraucht werden.

Von Hans-Martin Koch