Donnerstag , 20. September 2018
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Ruth Fiedler singt bei der Johannespassion. Foto: A/t&w

Sinnsuche und Sinnfindung

Lüneburg. Literatur und Musik können dem Unsagbaren Ausdruck verleihen. Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis startet mit dem Literaturbüro Lüneburg eine n eue Reihe in der Passionszeit. An vier Abenden lesen Autoren aus ihren aktuellen Werken, in denen es um geht und um die existenziellen Fragen nach Identität, Orientierung und Seinsverortung eine bestimmende Rolle spielen.

Musiker kommentieren oder kontrastieren mit ihren Beiträgen die Texte. Die Reihe wird von der Hanns-Lilje-Stiftung gefördert. Alle Programme beginnen um 18 Uhr in der Elisabethkapelle der Johanniskirche.

Sonnabend, 3. März: Daniel Schreiber liest aus „Zuhause“, begleitet von Kerstin Linder-Dewan (Violine) und Joachim Vogelsänger (Orgel, Cembalo). In seinem Essay beschreibt Daniel Schreiber den Umschwung eines kollektiven Gefühls: Zuhause ist nichts Gegebenes mehr, sondern ein Ort, nach dem wir uns sehnen, zu dem wir suchend aufbrechen. Daniel Schreiber, geboren 1977, ist als Kunstkritiker für internationale Zeitungen und Magazine tätig. Er ist unter anderem Autor der Susan-Sontag-Biografie „Geist und Glamour“ (2007).

Sonnabend, 10. März: Verena Lueken liest aus „Anderswo“, Alexandre Bytchkov begleitet am Akkordeon. In Verena Luekens Roman „Anderswo“ begibt sich eine Frau auf Spurensuche nach ihrem verstorbenen Vater. Nicht die Erinnerungen an frühe Verletzungen sind schmerzhaft, so wird in dem Buch deutlich, sondern der Mangel an Geteiltem. Ein Buch über den Mut, die Erzählung des eigenen Lebens selbst in die Hand zu nehmen. Verena Lueken war viele Jahre Kulturkorrespondentin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in New York. Heute ist sie Redakteurin im Feuilleton der FAZ mit dem Schwerpunkt Film. 2015 erschien ihr Romandebüt „Alles zählt“.

Sonnabend, 17. März: Uwe Kolbe liest aus „Psalmen“, und Hendrik Rost liest aus „Das Liebesleben der Stimmen“, für Musik sorgen Uwe Friedrich (Klarinette) und Eva Pankoke (Klavier). In dem Gedichtband „Psalmen“ von Uwe Kolbe geht es um das Leben in seiner ganzen Fülle: um die Liebe und die Schönheit der Natur, um den Zauber der Kunst, aber auch um Leere, Einsamkeit und Tod. Hendrik Rost nimmt in „Das Liebesleben der Stimmen“ die Welt in den Blick und vergewissert sich seiner eigenen Rolle darin. Er beschwört die große Geschichte und die kleinsten Dinge des Alltags und zeigt, wie beides ineinander verwoben ist.

Sonnabend, 24. März: Katharina Hagena liest zum Abschluss der Reihe aus „Das Geräusch des Lichts“, begleitet von Julia Henning (Sopran) und Joachim Vogelsänger (Klavier). Fünf Suchende unterwegs in der Weite Kanadas: Katharina Hagenas Roman entführt die Leser zu den Polarlichtern der Northwest Territories und in die Ölstädte Albertas. Er erzählt von Menschen, die etwas verloren haben – die Liebe, eine Freundin, die Mutter oder sich selbst. lz

Keine Konzertabsprache am ersten Märzwochenende

Passion in St. Nicolai und Kantaten in St. Michaelis

Zwei große Chorkonzerte mit Werken zur Passionszeit sind am Sonnabend/Sonntag, 3./4. März, fast parallel in Lüneburger Kirchen zu erleben. Beide Programme warten mit Orchesterbegleitung und großer Solistenriege auf.

Gleich zweimal führt Birgit Agge mit dem Motettenchor Bardowick, dem Vokalensemble Hamburg und der Sinfonietta Lübeck die Johannespassion von Johann Sebastian Bach auf, am 3. März um 19 Uhr St. Nicolai Lüneburg, am 4. März um 18 Uhr in der Klosterkirche Ebstorf. Dabei gibt es ein Wiederhören mit der Sopranistin Ruth Fiedler, die etliche Triumphe am Theater Lüneburg feierte – und vor kurzem Mutter geworden ist. Weitere Solisten der Aufführungen sind Florian Feth, Dávid Csizmár und Jan Westendorff.

Eine Passionsmusik unter dem Titel „Miserere“ bietet am Sonntag, 4. März, um 19 Uhr in St. Michaelis Lüneburg Kantaten von Jan Dismas Zelenka, Johann Sebastian Bach und Johann Adolph Hasse. Henning Voss leitet die Kantorei, das Barockorchester L‘Arco und die Solisten Veronika Winter (Sopran), Anne Bierwirth (Alt), Georg Poplutz (Tenor) und Konstantin Heintel (Bass). Karten im Vorverkauf gibt es bei der Konzertkasse der Landeszeitung, Am Sande. lz

One comment

  1. Ich habe meine Meinung geändert. Das geschieht nicht jeden Tag. Öfter als mir lieb ist, soviel ist sicher. Es sind diese Zeiten, die mich dazu zwingen. Ich musst ständig darüber nachdenken: Was gilt – jetzt? Was ist richtig – jetzt? Wohin, Weshalb, Wann.

    Es ist meine Sicht, und mal ist klares Wetter, mal mehr Nebel. Mal geht es im Kreis herum, mal haben wir Achterbahn. Gefällt mir nicht, will ich nicht ändern.