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Sky du Mont alias Klausi benötigt eine kleine Erfrischung, die Kabarettistin Christine Schütze ist zur Stelle. Foto: phs

Mutti zieht alle Register

Lüneburg. Der Herbst des Lebens hat bekanntlich auch noch seine goldenen Tage. Nicht für Klausi allerdings, nicht im Moment, denn Klausi, Hauptfigur im neuen Bu ch von Schauspieler Sky du Mont, kämpft mit Mama. Mama ist 97 und kann sich so gar nicht vorstellen, was aus ihrem Jungen werden soll, wenn sie mal nicht mehr ist. Dass Sohnemann seinerseits bereits die 70 überschritten hat, ficht sie nicht an: Sie kennt ihren Klausi und weiß, alleine kommt der nicht zurecht. Im Theater stellte Sky du Mont, begleitet von der Pianistin und Kabarettistin Christine Schütze, die Erzählung vor.

Mutti weiß einfach, was gut ist für ihren Jungen

Also: Entweder ein Altenheim, so was Hübsches, was Residenz heißt und von außen ein bisschen wie ein Wellnesshotel aussieht. Oder eine neue Frau. Online-Dating, Zeitungsanzeige oder Kreuzfahrt, , um Klausi zu verkuppeln. Und wenn nicht, dann bleibt ja immer noch das Heim. Kann man auch zur Probe buchen, inzwischen.

Dass Sohnemann die Tour de force gar nicht mitmachen möchte, interessiert sie nicht sonderlich, denn Mutti weiß einfach, was gut ist für ihren Jungen. Auch wenn der unterwegs von einer Katastrophe in die nächste tappt: Anstatt der Frau fürs (restliche) Leben begegnet er auf den Nobeldampfer Muttis Schwester, Tante Erna. Und beim Dating passen nicht nur die alten Anzüge von ehedem nicht mehr zu dem Mann, der sie einst erfolgreich zu Markte trug – auch die Damen, die auf Muttis Anzeige hin besichtigt werden, haben so manche Macke. Die eine kommt aus dem Ausland (Niederbayern) und ist aufgrund ihres Dialekts kaum zu verstehen. Die andere ist sogar Frau Professorin, aber gerade deshalb für Klausi eher furchteinflößend. Das wird nichts, ist schon klar – im Gegenteil, vermutlich geht es auch noch weiter bergab.

Die Welt der „Silver-Ager“ ist voller Fallstricke

So weit, so gut. Wenn Sky du Mont, Schauspieler und seit dem Jahr 2002 auch Autor, aus seinem neuesten Werk liest, kann es phasenweise tatsächlich lustig werden. Die Welt der „Silver-Ager“ ist voller Fallstricke, insbesondere für jene, die wirklich alles tun, um sich selbst nicht zum alten Eisen zählen zu müssen. Über diesbezüglich gescheiterte Aktionen, über Lügen und Selbstbetrug, kann man lange plaudern, auch wenn wirkliche Neuentdeckungen in diesem Labyrinth menschlicher Eitelkeiten schwer auszumachen sein dürften. Für ein bisschen leichte Unterhaltung reicht es trotzdem.

Aber dann war da noch Christine Schütze – Kabarettistin und Pianistin, Sky du Monts Begleiterin durch den Abend. Klavier spielen kann sie, eine angenehme Stimme hat sie auch, ansonsten aber haben ihre Einlagen des Öfteren wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun. So erzählt sie von ihren Beziehungskrisen – auch ihr Ex heißt Klaus, soso – und von dummen Sprüchen, die einem den Alltag verderben. Nun gut, aber wozu das gut sein soll, erschließt sich nicht so recht. Das Publikum bleibt freundlich, Sky du Mont hat es verdient. Er wirkt kein bisschen arrogant, und Angst davor, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, hat er auch nicht. Der Rest ist vermutlich Geschmackssache.

Von Elke Schneefuß

10 Kommentare

  1. Gibt es eigentlich so etwas wie einen Gegenentwurf zum Klischee des depressiven Clowns, zum Beispiel den lebensbejahenden Finnen?

  2. Gertrud Bucher

    Dieser Bericht- welch ein Unsinn! Das Lied „Fideles Altern“ etwa beschäftigte sich haargenau mit dem Thema, ebenso das Lied, in dem es um das Sterben geht… die sog. Kritikerin hat offenbar nicht zugehört. Schade.
    Das Publikum war jedenfalls schwer begeistert von beiden, zu Recht.

  3. Ich muss der Schreiberin Fr.Schneefuß recht geben.Manches war ziemlich platt.
    Wir Mädels haben es auch so empfunden.Für leichte Unterhaltung reicht es.
    Immerhin haben wir unseren Schwarm sehen dürfen.
    Aber bei der Lesung Steh ich schon unter Denkmalschutz? hat er uns besser gefallen. Da war er selbstbestimmter und vitaler.
    Nicht nur eine Randfigur -schade

    • ⬆ ⬆ ⬆

      Da sind Ihnen heute Früh um zehn vor sechs ja innerhalb von acht Minuten zwei wirklich erstklassige Lesarten Ihres viertklassigen Gedankens eingefallen, Maria!

      Ich gratuliere.

      Mutti weiß einfach, was gut ist für ihre Jungen!

      ⬇ ⬇ ⬇

      • Hr.Gonze es gibt Menschen die früh aufstehen weil sie zur Arbeit müssen.
        Anscheinend kennen Sie diesen Ausdruck nicht!?
        Deshalb müssen Sie mich nicht als „Mutti“ betiteln.
        Auch wenn ich das von zwei Kindern bin.
        Sie haben eine ziemlich primitive Ausdrucksweise.
        Ich habe zwei Kommentare geschrieben weil es zuerst nicht sichtbar war.

  4. Ich muss der Schreiberin Fr.Schneefuss recht geben.Manches wirkte irgendwie platt.
    Aber für eine leichte Unterhaltung reichte es.Wir haben uns auf einen Mädelsabend gefreut.
    Immerhin haben wir unseren Schwarm mal wieder gesehen.
    Aber bei der Lesung Steh ich schon unter Denkmalschutz? hat er uns besser gefallen.War selbstbestimmter + entspannter.Nicht nur wie eine Randfigur plaziert.
    Wir hätten gern mehr vom Buch gehört. Schade

  5. Mirja Dumont fand ich hübscher,aber der hätte ich die Krankenschwester nicht abgenommen.

  6. Gertrud Bucher waren wir in der gleichen Veranstaltung?

  7. habe fr,schütze und hr.dumont auf dem roten Sofa gesehen.erinnerte mich an die Muppets

  8. Ich habe sogar gehört das die beiden heiraten wollen und wünsche den beiden von Herzen alles Gute!