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Georg Wübbolt übernimmt beim Antrittskonzert des neuen Chefdirigenten Alan Gilbert für den NDR die Bildregie in der Hamburger Elbphilharmonie. Foto: ff

Der Dirigent der Kameras

Hamburg. Wenn Alan Gilbert in der Elbphilharmonie als neuer Chefdirigent in der Nachfolge von Thomas Hengelbrock zum ersten Mal an das Pult tritt, dann ist Georg Wübbolt unmittelbar dabei, obwohl er kein Musiker des „Elphi“-Orchesters ist: Am Freitag, 6. April, erklingt zum Auftakt Mahlers Dritte Sinfonie. Mit dem gleichen Werk hatte Alan Gilbert einst auch sein Engagement bei den New York Philharmonikern eröffnet. Georg Wübbolt, in Brietlingen lebender Regisseur, wird für den NDR die Kameras dirigieren.

Drei Kameramänner, vier fernbediente Optiken

Bereits im vergangenen Jahr hatte Georg Wübbolt bei einer – von Herbert Blomstedt dirigierten – Bruckner-Sinfonie in der Elbphilharmonie für einen Livestream die Bildregie übernommen. Grundlage ist ein eingehendes Studium der Partitur mit hunderten Anweisungen an die beteiligten Techniker und Kameraleute – er werde, so Wübbolt, das Abenteuer „minutiösissimo“ vorbereiten. Schließlich sollen die Instrumente, die gerade die Stimmenführung übernehmen, dann auch im Bild zu sehen sein.

Das Neue: Zu drei normal bemannten Kameras im Saal gibt es vier fernbediente Optiken. Sie werden von Technikern betreut, die in einer Orchesterprobe zusammen mit Wübbolt die Einstellungen einspeichern und sie dann im Konzert nach Plan abrufen. Das ist sowohl für den NDR als auch für den Filmregisseur eine Premiere. Der Hintergrund: Für Musiker ist es irritierend, wenn im Orchesterbereich Kameraleute ihr opulentes Equipment herumschieben.

von Frank Füllgrabe

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