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Max Mutzke tritt am 4. Mai auf, der Vorverkauf läuft gut. Foto: Agentur

Max Mutzke als Türöffner

Lüneburg. Der Saal hat 1101 Plätze, und er soll ein wichtiger werden für das Kulturleben der Stadt. Dafür sorgen will und soll Nathalie Heinrich. Sie hat einen langen Titel: Geschäftsführerin der Leuphana Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH. Zuständig ist sie für Vermietungen auf dem gesamten Campus und vor allem für das Herzstück, das Audimax im Libeskindbau. Das Geschäft läuft langsam an – mit Max Mutzke am 4. Mai, 20 Uhr.

Der heute 37-Jährige verdankt seinen Durchbruch Stefan Raab. Das war 2004, Raab schrieb und produzierte den Nummer-eins-Hit „Can‘t Wait Until Tonight“. Max Mutzke schaffte den Sprung als Deutschland-Vertreter beim Eurovision Song Contest, dort wurde er Achter. Der Musiker hat sich seither in der Szene gehalten, schärfte sein Profil und steht heute mit seiner Band monoPunk für ein Programm aus Soul, Pop und Jazz. Mutzkes Kalender ist gut gefüllt, darin finden sich die – ausverkaufte – Elbphilharmonie und das Rheingau Musik Festival ebenso wie Stadtfeste. Das Konzert im Lüneburger Audimax ist bereits gut gebucht, aber noch sind, wie die LZ-Konzertkasse Am Sande bestätigt, Plätze frei.

„Wir sind hochpreisig“

Für Nathalie Heinrich und die hinter ihr stehende GmbH ist der Mutzke-Abend doppelt spannend, er ist sozusagen eine Kick-Off-Veranstaltung. Denn eingeladen wurden und zugesagt haben zahlreiche Konzertveranstalter. „Sie sollen sich von der besonderen Atmosphäre und den Möglichkeiten des Auditoriums überzeugen“, sagt Heinrich. Zu den Vorteilen des Saals gehöre, dass er gut am Wochenende gebucht werden kann, weil da der Unibetrieb weitgehend ruht.

Heinrich verhehlt nicht, dass die Miete für das Audimax beachtlich ist. „Wir sind hochpreisig“, sagt sie, Genaueres verrät sie nicht, zumal es ja immer darauf ankäme, wer welche Leistungen (mit-)buche. Gemunkelt wird in der Szene, dass die Saalmiete 5000 Euro und mehr beträgt. Bei den wechselnden Mietpreisen geht es zum Beispiel darum. ob der Saal mit oder ohne Bestuhlung gebucht wird. – Bei Max Mutzke gibt es Sitzplätze.

Zwei bis drei Konzerte im Monat gelten als ideal

Das Vermietungsgeschäft mit dem Audimax läuft langsam an. Events zum Beispiel von Firmen hat es einige gegeben, das Kulturgeschäft soll mit dem Mutzke-Konzert ins Rollen kommen. Zwei, drei Konzerte im Monat, „das wäre schon perfekt“, sagt Nathalie Heinrich zu Zielvorstellungen. Sie peilt dafür das nächste Jahr an, denn Tourpläne sind für 2018 so gut wie abgesteckt. Es gebe bereits Buchungen, aber da könne sie noch nicht konkret werden, sagt Heinrich. Unterschriften fehlen.

Nicht in die externe Vermietung fallen Konzerte der Lüneburger Symphoniker. Die Stadt hat als Co-Finanzierer des Libeskind-Baus Zugriff auf das Audimax, laut Nutzungsvereinbarung 30-mal pro Jahr. Zu zahlen sind dann lediglich die Betriebskosten. Die Symphoniker als Orchester des Theaters fallen in diese Vereinbarung und sind am 21. April zum zweiten Mal mit einem Meisterkonzert zu Gast im Audimax. „Märchen aus 1001 Nacht“ lautet das Motto, erklingen wird Musik von Alexander Borodin (Polowetzer Tänze), Max Bruch Konzert (für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll, op. 26) und Nikolaj Rimsky-Korsakow (Scheherazade, op. 35).

10101 Plätze für 1001 Nacht

Solist ist Tobias Feldmann, einer der gefragtesten jungen deutschen Geiger. Besonders wird das Konzert auch durch die Teilnahme der Sandkünstlerin Aljona Voynova. Bilder aus Sand, die sie zu „Scheherazade“ entwirft, werden auf eine Großleinwand projiziert.

Auch Festivals haben das Audimax bereits gebucht. Die Niedersächsischen Musiktage nutzten das Gebäude im Herbst 2017 zu einem Wandelkonzert. Schon ausverkauft ist der Abend mit Thomas Quasthoff, der im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals am 24. August im Libeskind-Auditorium Jazz singt.

Von Hans-Martin Koch