Donnerstag , 12. Dezember 2019
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Tülin Pektas und Yves Dudziak sind 50 Prozent des Leitungsteams im „Theaterlabor #Liebe“. (Foto: oc)
Tülin Pektas und Yves Dudziak sind 50 Prozent des Leitungsteams im „Theaterlabor #Liebe“. (Foto: oc)

Liebe aus dem Theaterlabor

Lüneburg. Über Liebe reden ist gar nicht so leicht. Sie ist so groß, so kompliziert, so schön, so grausam und vor allem total privat. Aber sie haben darüber geredet, zum Beispiel die Mimetten, das ist der SeniorenTheaterClub. Daraus entstanden Szenen aus Erinnern, Humor und Ernst. Nun haben sie es wieder getan, diesmal die Akteure vom StudiSchauspiel. Das ist neu und öffnet am Dienstag, 5. Mai, um 20 Uhr im T.NT das „Theaterlabor #Liebe“.

Das StudiSchauspiel fehlte bisher. Es ergänzt das StudiMusical, mit dem Theater und Leuphana schon lange eine fruchtbare Beziehung pflegen – eine zurzeit aktive. An diesem Wochenende gehen „Acht Frauen“, die aktuelle Produktion, wieder auf Mördersuche. Der Abend heute, Freitag, ist voll, für Sonntag, 3., sind noch Karten da.

Nun wächst also ein Pendant des Schauspiels heran. Im Theaterlabor entwickeln vier Schauspieler mit knapp 20 Studierenden einen Theaterabend – über besagte Liebe. Gearbeitet wird in zwei Gruppen. Tülin Pektas und Jan-Philip Walter Heinzel leiten eine Gruppe, Yves Dudziak und Beate Weidenhammer die zweite. Ein festes Programm ist nicht vorgegeben, jede Gruppe sucht ihren Weg, und nun gießen die TheaterLaboranten ihre Essenzen zusammen.

Eine Art Sport oder Tanz

„Es ist wunderschön zu sehen, wie aus einer zufälligen Gruppe eine Theatergruppe entsteht“, sagt Tülin Pektas, die aktuell in der „Vermessung der Welt“ (wieder am 9. Juni) spielt und in „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ (wieder am 2. Juni). Mit Kontakt-Impro begann die Pektas/Heinzel-Gruppe, das ist eine Art Sport oder Tanz, bei der Körper ohne Vorgaben in Kontakt kommen, Bewegungsmöglichkeiten spüren und erweitern. Im nächsten Schritt erzählten sich die Teilnehmer Erfahrungen mit (un)erfüllter Liebe, und da rutschten schon mal Sätze raus wie: „Das habe ich noch nie erzählt.“ Die Erzählungen münden in Szenen, Liedern, Poetry Slam.

Ganz anders die Gruppe um Weidenhammer/Dudziak. „Wir haben die Balkonszene aus ‚Romeo und Julia‘ zum Ausgangspunkt genommen“, sagt Yves Dudziak. Er spielt aktuell in der „Vermessung der Welt“ und im „zerbrochnen Krug“ (wieder heute, 1. Juni). Mit der Balkonszene wurde experimentiert, ein eigener Zugang gesucht. Oft sei es um eine klassische Schauspielersituation gegangen: bei sich bleiben und zugleich mit anderen in Kontakt treten. Was daraus gewachsen ist? „Die Balkonszene ist geblieben“, sagt Dudziak. Alles andere wird sich – mit Liebe – weisen.

Dreimal werden die Szenen über die Liebe gespielt, am 5., 13. und 16. Juni, immer um 20 Uhr und natürlich immer mit ganz viel Liebe. oc