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Johanne Hobel hat alles Wichtige im Kopf, und der Rest ist im Smartphone notiert. Foto: oc

Musik und noch viel mehr

Lüneburg. Johanne Hobel hat sich auf dem Smartphone ein paar Notizen gemacht, und die gilt es abzuarbeiten. Die 17-Jährige, die gerade ihr Abi ohne Mühen absolviert hat, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit für Lüneburgs in mehrerer Hinsicht jüngstes Festival. Das Jakob-Festival richtet sich nicht nur, aber vorwiegend an Schüler, und es findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt – wieder im Herzen des Kurparks samt Muschel und Wandelgang. Datum: 25. August, dazu kommt ein kleines Warm-Up am Vorabend.

Festivals wandeln sich und das müssen sie auch. Wenn nämlich eine der größten Festivalmarken im Norden, das an diesem Wochenende laufende Hurricane, mit rund 100 Bands und Platz für deutlich mehr als 70.000 Besucher, nicht mehr ausverkauft ist, kommen Veranstalter ins Denken. Grüne Wiese, gute Bands – das allein reicht möglicherweise nicht mehr. Gefordert wird ein Plus an Komfort und zugleich ein Programm, das über Musik hinausgeht. Da sind kleine Festivals oft weiter.

Prinzipien der Nachhaltigkeit

Das Jakob-Festival ist von der Zielgruppe her das jüngste Glied einer Kette, die sich vom Besucheralter her mit dem lunatic auf dem Mensa-Campus für Studierende fortsetzt und mit A Summer‘s Tale auf dem Luhmühlen-Reitgelände für die Nächstälteren. Sie folgen alle Prinzipien der Nachhaltigkeit, sorgen für gutes (vegetarisches) Essen aus der Region, beziehen Initiativen ein, die sich im weitesten Sinne für eine bessere Welt einsetzen, sorgen für Mitmachaktionen und einiges mehr.

Mehr als 1000 Besucher kamen jeweils zu den ersten beiden Jakob-Festivals. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein. Betrieben wird das Festival mittlerweile von einem Verein. Max Gies­ler und Keijo Groothoff stehen ihm vor, Johanne Hobel ist als Beisitzerin dabei. Das aktuelle Team besteht aus rund 25 Jugendlichen. Die Festivals hatten bereits Folgen: Gleich zwei aus dem Vorstand stiegen in eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann ein. „Ihr Wissen kommt uns jetzt sehr zugute“ sagt Johanne Hobel.

Nicht nur Bands aus der Region

Wer spielt? Gemeldet sind vorwiegend, aber nicht nur Bands aus der Region: Bloc Safari, Flooot, Fuck Art, Let‘s Dance, Hagelslag, J.O.D, kei.jto, OIC, Prohn & Spott, Sgt.Cooper, DJ Toni, Unumgänglich und Yunus. Anders gesagt reicht das Angebot von Folkpop über Blechblas-Rap bis zum Rockigen. Dazu erwartet die Besucher von 13 bis 22 Uhr dazu Kreatives, Informatives und Kulinarisches. Künstler können sich noch melden. Am Vorabend läuft das Programm von 18 bis 22 Uhr, u.a. mit der Hamburger Indie-Pop-Band Roast Apple.

So! Alles abgearbeitet? Genau! Zwei Sachen noch: Der Vorverkauf läuft bei der LZ-Veranstaltungskasse; ein günstigeres Festival geht nicht. Und dann das Problem, das alle jungen Initiativen trifft: Schule vorbei, Aufbruch zu neuen Ufern. „Das Thema Zukunft wird bei uns heiß diskutiert“, sagt Johanne Hobel. Sie ist auch bald weg, sie geht für zehn Monate nach Indien.

Von Hans-Martin Koch