Mittwoch , 19. September 2018
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Vertraute Gesichter: Vanessa Feilen und Andreas Schuss sind das Duo „WindWood & Co“, zu hören am 13. Juli. Foto: privat

Auch Wein lässt sich vertonen

Amelinghausen. Für Lisa Wulfes-Lange heißt es nun wieder, das Feuerzeug aufzutanken: Am Freitag beginnt die „Musik bei Kerzenschein 2018“, die neue Staffel der Freitag-Nacht-Konzerte in der Hippolitkirche. Die Konzertflötistin hat ein Programm zum Wochen-Ausklang mit neuen Gesichtern und alten Bekannten organisiert, fast durchweg Profis. Lisa Wulfes-Lange selbst beteiligt sich mit ihrer Querflöte an einem Trio-Konzert, das gehört zur nun schon 21 Jahre umspannenden Tradition, ebenso wie der zwei-Wochen-Rhythmus der Konzerte, für die wiederum gilt: Beginn 21 Uhr, Eintritt frei, Spende erbeten.

Den Auftakt der jeweils rund 60-minütigen Konzerte spielen zwei Musiker der Region: Uwe Friedrich (Klarinette, Saxophone) und der Gitarrist Martin Dohrmann sind seit 2009 als Duo unterwegs. In ihren Kompositionen verbinden sich Jazz, Worldmusic, Funk, Rock, Latin und moderne Kammermusik, gern auch mal mit dem Einsatz von Live-Elektronik wie etwa Loops.

Titel des Abends“ „Something else…“

Uwe Friedrich studierte klassische Klarinette an den Musikhochschulen Mannheim und Hannover und Jazz mit dem Hauptfach Saxophon an der Hochschule für Künste in Bremen, stand mit Kollegen wie Bob Mintzer und Maria Schneider auf der Bühne, spielt für Rundfunk-, Theater- und Musicalproduktionen. Martin Dohrmann studierte Jazz-Rock-Pop-Gitarre an der Hoogeschool voor de Kunsten in Arnheim und an der Hochschule für Künste in Bremen, seine Referenzen reichen von Nils Landgren bis – wiederum – zu Maria Schneider. Titel des Abends“ „Something else…“

Wie in jedem Jahr präsentiert das Instrumentalduo „WindWood & Co“ mit Vanessa Feilen und Andreas Schuss am 13. Juli ein musikalisch, literarisches Programm zur biblischen Jahreslosung, diesmal also „Wasser ist Leben“. Neben eher Erwartbarem, wie etwa dem Gospel wie „Wade in the water“ haben Feilen und Schuss auch eine instrumentale Bearbeitung von Schuberts „Forelle“ ins Programm aufgenommen. Außerdem erklingen Eigenkompositionen aus der „Ocean Suite“ von Andreas Schuss sowie ein Medley mit bekannten Klezmermelodien. Andreas Schuss spielt viele Instrumente, auch mal gleichzeitig Panflöte, Piano und Pedalbass. Zum vielschichtigen Instrumentarium von Vanessa Feilen hat sich mit der Chulmeau nun auch ein mittelalterliches Holzblasinstrument gesellt.

Rüdiger Zieroth begnügt sich mit einem einzigen Instrument, der Konzertgitarre. Am 27. Juli präsentiert und erläutert er in seinem Gesprächskonzert Musik aus fünf Jahrhunderten, von der Renaissance bis zur brasilianischen Moderne.

Zum Abschluss gibt es eine Ausnahme

Das junge Ensemble Heideblech, im Kern bestehend aus Lehrern der Heidekreis-Musikschule Soltau, spielt in einer Besetzung mit vier Trompeten, vier Posaunen, Horn und Tuba. „Just for Fun“ (10. August) spannt das Ensemble einen weiten Bogen, von dem Pilgerchor aus Wagners „Tannhäuser“ bis zur „Hommage to the noble grapes“ von Geoff Richards, bei der verschiedene Weine musikalisch porträtiert werden.

Gastgeberin Lisa Wulfes-Lange serviert am 24. August zusammen mit der Sopranistin Anna Terterjan und dem Pianisten/Organisten Harald Wiesner ein „musikalisches Abendbrot“, mit Werken alter Meister, Georg Friedrich Händel beispielsweise, aber auch mit eher selten zu hörenden Kompositionen von Georges Hue, André Caplet und Leo Delibes.

Zum Abschluss gibt es eine Ausnahme: Das Konzert „Für das Leben“ mit Esther Bejarano und der Microphone Mafia beginnt am 7. September bereits um 20 Uhr. Die 93-jährige Sängerin Esther Bejarano, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, liest aus ihrer Autobiographie, musikalisch führt der generationenübergreifende Abend bis hin zum Rap.

Von Frank Füllgrabe