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Willkommen bei Harry Potter: Mattes Daughardt, Rieke Nanninga, Melina Päprer und Nicole Gerlof laden in die Zauberschule. Foto: ff

Zauberei am Ochsenmarkt

Lüneburg. Heine hieß eigentlich Harry. Das war, bevor er sich protestantisch taufen ließ und den Namen Christian Johann Heinrich annahm. Deshalb könnte das Geb äude am Ochsenmarkt auch Harry-Heine-Haus heißen. Nun gibt es Gerüchte, dass dieses Haus einem ganz anderen Harry gehört, nämlich Potter, dem Zauberschüler. Tatsächlich: Am Mittwoch, 3. Juli, ist es das Harry-Potter-Haus, dann verwandeln Studierende der Leuphana die drei Etagen in die Zauberschule Hogwarts.

Eine Verwandlung mit Unterstützung des Literaturbüros, denn das Event „Harry Potter 21“ gehört zur Reihe „grenzenlos“. Nun führt sie nach Großbritannien, eigentlich in die Zweitwelt der Zauberer. Am Anfang steht Dr. Emer O’Sullivan, Professorin für Englische Literaturwissenschaft am Institute of English Studies an der Leuphana. Nach Seminaren über Alice in Wonderland und Ulysses war nun Joanne K. Rowlings Kosmos dran. Die Zahl verweist darauf, dass vor 21 Jahren in noch recht vorsichtiger Auflage Nummer eins erschien, „Harry Potter und der Stein der Weisen“. Geschätzte Auflage bis heute: über hundert Millionen Exemplare.

Zauberkurse sind zu belegen

Nun also bringen Studierende, die sich selbst der Harry-Potter-Generation zuordnen und natürlich die meisten HP-Bände, -Hörbücher und -Filme kennen, Hogwarts-Flair in das Haus mit den knarzenden Fußböden: Zauberkurse sind zu belegen, Kräuterkunde bei Pomona Sprout und Wahrsagerei bei der umstrittenen Professorin Trelawney beispielsweise. Wer nicht fleißig lernt, könnte allerdings auch bei dem düsteren Severus Snape landen .

Ein Ukulele-Ensemble spielt „Hedwig`s Theme“, gemeint ist natürlich die für Briefzustellung zuständige Eule von HP. Es wird ein Quiz geben, in dem Besucher Punkte holen können für eines der vier Hogwarts-Internats-Häuser – wir erinnern uns: Gryffindor, Hufflepuff, Slytherin und Ravenclaw.

Es gibt eine Ausstellung über Intertextualität bei den HP-Geschichten (im Hintergrund des ganzen Spaßes steht immerhin ein Literaturseminar), Erörterungen über Themen wie Rassismus und Feminismus. Dabei wird auch ein neues HP-Buch zu sehen sein: „Harry Potter – Eine Geschichte voller Magie“, entstanden im Zusammenarbeit mehrerer Autoren mit der British Library und J.K. Rowling höchstselbst.

Das schönste Kostüm wird preisgekrönt

Rita Kimmkorn vom „Tagespropheten“ musste absagen: Der Plan, sie im Harry-Potter-Haus auftreten zu lassen, ließ sich nicht realisieren. Dafür wird bei einem Wettbewerb das schönste Kostüm preisgekrönt, natürlich sind die Besucher eingeladen, sich nach Kräften zu verkleiden, und – vielleicht bei einem Gläschen Butterbier – zu fachsimpeln. Apropos: Fans diskutieren seit Jahren über die besten Rezepte für Butterbier (alle nicht übermäßig lecker), mit und ohne Alkohol.

Die ganze Veranstaltung richtet sich an alle Semester, an Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Der Eintritt ist frei, Beginn ist am Mittwoch, 4. Juli, um 19 Uhr, Zapfenstreich gegen 22.30 Uhr, und zwar nach gängiger Lüneburger Muggel-Zeit.

Von Frank Füllgrabe