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Karsten Köppen mit seiner Theorbe. Foto: ff

Bässe brauchen lange Saiten

Lüneburg. Tiefe Töne sind keine Zauberei, sondern angewandte Physik: Um auf einem Zupf- oder Streichinstrument deutlich hörbare Bässe spielen zu können, benötig t man besonders dicke Saiten. Die ließen sich in den Zeiten der ersten Laute aber aus Darm nicht herstellen. Also wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Theorbe mit auffällig langem Hals entwickelt, der eine Mensur von mehr als anderthalb Metern ermöglicht. Noch eine Besonderheit: Dort, wo normalerweise die höchsten Saiten liegen, wird bei der Theorbe tiefer gestimmt, das ergibt einen dunklen, schattigen Klang, ideal für dezente Liedbegleitung.

Eigene Kompositionen und Arrangements

Der Lüneburger Karsten Köppen spielt nun einen Nachbau dieses historischen Instruments: Sonnabend, 7. Juli, 11 Uhr, in der St. Nicolaikirche (Musik zur Marktzeit), im Duo mit der Flötistin Cornelia Spanier. Das Duo „Blaugold“ spielt Alte Musik aus Italien und England, Kompositionen von Diego Ortiz (1510-1570), Giovanni Girolamo Kapsberger (1580-1651), John Dowland (1563-1626), eigene Kompositionen und Arrangements sowie Traditionals wie etwa das berühmte „Scarborough Fair“. Neben der Theorbe kommen auch historische Vorläufer der heutigen Konzertgitarre zum Einsatz. ff