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Saxofonist Uwe Steinmetz und Organist Daniel Stickan laden wieder zur Begegnung von Jazz und Theologie. Foto: privat

Du, die, wir und ich

Lüneburg. Am Anfang war die Idee, theologische Inhalte mit moderner spiritueller Musik zu verbinden. Neben den Klassikern der Kirchenmusik sollte ein Forum gesc haffen werden für Menschen, die sich auf aktuelle Themen einlassen, dafür auch einen meditativen Raum schätzen. Im Jahre 2012 starteten der Organist Daniel Stickan und der Saxophonist Uwe Steinmetz ihre Reihe „Lebensklänge.

Das lief so gut, dass bis heute jedes Jahr vier Konzerte im Zwei-Wochen-Rhythmus in der St. Nicolaikirche mit dem Untertitel „Sommerabendliche Begegnungen von Jazz und Theologie“ veranstaltet werden – jeweils mittwochs, als Tagesausklang, um 20.30 Uhr. Längst sind Daniel Stickan und Uwe Steinmetz mit diesem Format bundesweit unterwegs. Die Lüneburger Abende, eine Mischung aus Gottesdienst und Konzert, dauern etwa ein Stunde. Dazu lädt das Duo Theolog(inn)en aus der Region ein, ein national (oder auch international) renommierter Gast aus dem Bereich des Jazz spielt mit den Gastgebern Musik, bei der Improvisation eine wichtige Rolle spielt. Die Themen der Konzert Nummer 25 bis 28: „Du“, „die“, „wir“ und „ich“.

Sängerin Esther Kaiser ist zu Gast

Los geht es am Mittwoch, 25. Juli, mit dem „Du“, darüber spricht Annette Köster aus Amelinghausen. Aus Berlin ist die Sängerin Esther Kaiser zu Gast. Kaiser gehört zu den profiliertesten deutschen Jazzsängerinnen und ist Professorin für Jazzgesang an der Musikhochschule Dresden. Am 31. August erscheint ihr neues Album „Songs of Courage“: Jazzsounds treffen auf orientalische Klänge, Berliner Jazzmusiker auf geflüchtete Musiker aus Syrien und dem Irak. Auch das Songmaterial kommt aus verschiedenen Welten – friedensbewegte Songs von Pete Seeger und orientalische Improvisationen treffen auf Stücke von Chick Corea, Suzanne Vega und Hanns Eisler. Zu rechnen ist wohl auch in St. Nicolai also mit länderübergreifenden Klängen der Weltmusik.

Über „die“ spricht der Lüneburger Renald Morié am 8. August. Mit dem musikalischen Gast gibt es eine kleine Premiere, beziehungsweise einen Bruch mit der Traditon: Vanessa Heinisch aus Gießen spielt Barocklaute, eine Spezialistin für alte Musik also. Sie zählt zu den wichtigsten Vertretern ihrer Branche. Erst nach einem Gitarrenstudium wechselte Vanessa Heinisch zu einer Ausbildung über Laute und Continuospiel bei Konrad Junghänel, sie konzertiert mit Renaissance- und Barocklauten, Theorbe und Barockgitarre.

Zum Abschluss spricht Klaus Dettke aus Dransfeld

Eckhard Oldenburg, Pastor in St. Nicolai, spricht am 22. August über das Phänomen „wir“. Dazu kommt Kit Downes, Organist, Keyboarder und Pianist aus London. Kit Downes ist ein international erfolgreicher Jazzmusiker, der gerade bei ECM sein Solo-Debüt veröffentlichte. Er wurde für den wichtigen Mercury-Prize nominiert. Gemeinsam mit Steinmetz & Stickan gibt es nun Jazz an zwei Orgeln.

Zum Abschluss spricht Klaus Dettke aus Dransfeld am 5. September über „ich“. Wiederum aus Berlin kommt der Gitarrist Arne Jansnen. Auch er zählt zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Jazzszene. Er ist mehrfacher Echo-Preisträger und nun bereits zum dritten Mal zu Gast der „Lebensklänge“.

Neben den Besuchern, zuletzt um die 150 pro Abend, sind auch die Sponsoren der Veranstaltunsgreihe treu geblieben; weiterhin gilt deshalb: Eintritt frei, Spende erbeten.

Von Frank Füllgrabe