Mittwoch , 26. September 2018
Aktuell
Home | Kultur Lokal | „Titanic“ sticht wieder in See
Noch ist Zeit zum Streit über den richtigen Kurs, um Schuld und Verantwortung. Doch die Tragödie ist nicht aufzuhalten. (Foto: Rylander)

„Titanic“ sticht wieder in See

Hamburg. Am 14. April 1912 kurz vor Mitternacht kollidierte die Titanic, das damals größte Schiff der Welt, mit einem Eisberg und sank in weniger als drei Stunden. Mehr als 2200 Menschen waren an Bord, mehr als 1500 kamen ums Leben. Der berühmteste Schiffsuntergang der Welt hat eine kaum überschaubare Menge an Büchern, Filmen, Kunstwerken, Musik- und Bühnenstücken ausgelöst. Zwei Werke aus dem Jahr 1997 halten die Tragödie wach: In dem Jahr verfilmte James Cameron den Untergang mit Leonardi DiCaprio und Kate Winslet, und am Broadway lief ein Musical vom Stapel.

Das Werk kommt nun wieder nach Hamburg – nicht zum ersten Mal. „Titanic“ führt vom Hafen in Southampton über die Katastrophe bis zur Rettung der Überlebenden. Anders als im Film ist das Geschehen nicht auf das Drama eines Paares zugespitzt. Das Libretto von Peter Stone greift für seine Geschichte auf Personen zurück, die im tatsächlichen Geschehen eine Rolle spielten.
Zu diesen zählt Bruce Ismay, er war Direktor der White Star Line, zu der die Titanic gehörte. Ismay soll den Kapitän Edward John Smith gedrängt haben, für eine Rekordzeit bei der Überquerung des Atlantiks zu sorgen, was im Musical betont wird. Der Kapitän ließ demnach beschleunigen, suchte eine kürzere Route, ignorierte Warnungen vor den Eisbergen. Ismay bestieg das letzte verfügbare Rettungsboot und überlebte, Kapitän John Smith ging mit seinem Schiff unter.

Vom Sterben, vom Gerettetwerden

Auch viele der weiteren Rollen des Musicals entsprechen wirklichen Personen. Konstrukteur Thomas Andrews, Heizer Frederick Barrett, Funker Harold Bride gehören dazu sowie die Millionäre Ida und Isidore Strauss sowie Astor und Benjamin Guggenheim. Die Kaufhauskönige starben im eiskalten Meer. Das Musical führt auch zu den Menschen der dritten Klasse, es erzählt von Liebe und Leidenschaft, Hoffnungen und Ängsten, vom Sterben und vom Gerettetwerden.

Das Stück mit der Musik von Maury Jeston erhielt nach seiner Uraufführung fünf Tony Awards, ein mit den Oscars vergleichbarer Theater-/Musicalpreis. „Titanic“-Produktionen waren anschließend vor allem in Europa erfolgreich. 2002/2003 lief das Stück in Hamburgs Neuer Flora, es erreichte 321 Vorstellungen. Aktuell steht das Musical – im zweiten Jahr – auf dem Plan der Bad Hersfelder Festspiele.

Jetzt macht eine in der britischen Presse gefeierte Londoner „Titanic“-Neu-Inszenierung in der Hamburger Staatsoper Station, vom 7. bis 19. August. Gespielt wird im Original mit deutschen Untertiteln.

▶ Die Landeszeitung verlost für die Vorstellung am Sonnabend, 11. August, um 14.30 Uhr dreimal zwei Karten. Wer gewinnen will, sendet bis Sonntag, 22. Juli, eine Mail mit dem Stichwort „Titanic“ an kultur@landeszeitung.de. Die Gewinner werden informiert.

Von Hans-Martin Koch