Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Das Ballett hat an Beliebtheit noch zugelegt, hier eine Szene aus „Kunst ver-rückt Tanz“. (Foto: Theater/tonwert21.de)
Das Ballett hat an Beliebtheit noch zugelegt, hier eine Szene aus „Kunst ver-rückt Tanz“. (Foto: Theater/tonwert21.de)

So gut wie vor 25 Jahren

Lüneburg. Nachrichten aus dem Theater drehen sich sind zurzeit zm Zahlen. Punkt eins: In Sachen Vertrag mit dem Land heißt es weiter: abwarten! Im August wird wieder verhandelt. Das Theater und seine Träger Stadt und Landkreis verfolgen das Ziel, den Sockelbetrag deutlich erhöht zu bekommen, um das wachsende Defizit zu dämmen. Punkt zwei ist erfreulicher, denn die Besucherzahlen der abgelaufenen Saison zeigen ein Plus um fast 1700 Besucher auf exakt 112 287. Das ist das beste Ergebnis der Intendanz von Hajo Fouquet und gab es zuletzt vor 25 Jahren in der Ära von Jan Aust.

Das Plus und Minus bei den Zahlen hat Geschäftsführer Volker Degen-Feldmann wieder minutiös aufgelistet, immer im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt – auch das wie immer – Gewinner und Verlierer. Relevant ist vor allem die Quote der Auslastung, sie gibt in Prozent wieder, wie viele Plätze pro Vorstellung verkauft wurden. Gewinner dabei ist das Ballett mit einer Auslastung von 90,0 Prozent gegenüber 74,4 im Vorjahr. Deutlich runter ging es dagegen beim Weihnachtsmärchen, zu „Pumuckl“ kamen knapp 2200 Kinder weniger, was einer Auslastung von 66,7 Prozent entspricht (Vorjahr: 79,8). „Mit Pippi Langstrumpf in der neuen Spielzeit sieht das sicher wieder besser aus“, sagt Degen-Feldmann.

Einen leichten Anstieg bei der Auslastung verzeichnet das Schauspiel (um ein Prozent auf 82,6). Formell in die Sparte gerechnet wird „The Black Rider“, wobei das Stück eigentlich ein Musical ist. Mit 97,1 Prozent, was gut 5200 Besuchern entspricht, liegt die „Freischütz“-Verrockung vorn. „The Black Rider“ ist noch am 9., 15., 16. und 23. September zu sehen. Es folgen im Schauspiel „Der Vorname“ (85,6), „Die Vermessung der Welt“ (85,3), „Medea“ (74,4) und denn doch enttäuschend „Der zerbrochne Krug“ (67,2). Das packend inszenierte Kleist-Stück fiel terminlich allerdings in den aufgehitzten Mai, der sicher viele eher an den Grill als an die Bühne lockte.

Traumquote 98,8Prozent

Ausgezeichnet liefen die Opern, es standen zwei ganz große Hits auf dem Plan: „Carmen“ (92,2) und „Die Hochzeit des Figaro“ (90,4). Die Wiederaufnahme von „Hänsel und Gretel“ hinkt hinterher: 71,1. Noch ein Gewinner: Das Musical „Sugar“ lief noch deutlich besser als „Evita“ im Vorjahr. 500 Besucher mehr bei gleichbleibender Zahl von Vorstellungen erbrachte die Traumquote 98,8 („Evita“: 93,8).

Auf sogar 99,9 Prozent kommt das allerdings erst dreimal gelaufene „Sommernachtstraum“-Ballett. Mit „Amadé“ (88,7) und der „Laura“-Wiederaufnahme (76,5) wird Ballettdirektor Olaf Schmidt auch zufrieden sein. Und noch stärker beim Blick auf die Produktionen des Balletts im T.3: „Aladin“ (100,0!!), „Kunst ver-rückt Tanz“ (99,9) und „Schneewittchen“ (99,6). Bei den weiteren Kinder-/Jugendtheaterproduktionen im T.3 haben „Joseph. . .“ (99,3), „Tschick“ (95,5) und „Rico. . .“ (94,9) die Nase vorn. Ausreißer nach unten ist das „Entführung“-Projekt (55,0).

Noch ein Blick ins T.NT-Studio: Dass „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ über die Frauen von Diktatoren mit 55,4 eine schwache Quote aufweist, darf wohl wiederum dem Sommer-Mai in die Schuhe geschoben werden. Oben liegen Wiederaufnahmen, nämlich Burkhard Schmeers unverwüstliches „Weihnachtsspektakel“ (99,9) und die „Comedian Harmonists“ (99,2). Auch Isabel Arlt und Schmeer in „Die Tür nebenan“ (97,7) war außerordentlich erfolgreich.

Zum Schluss noch ein Plus, nämlich bei den Konzerten, konkret eine Platzauslastung von 83,9 Prozent gegenüber 72,5.

Der Blick muss nach vorn gehen: Die Theaterkasse öffnet am 13. August. Das erste „Ausverkauft“ wird binnen Stunden stehen: 26. August, „Abendgala“ zum Finale des Theaterfestes.

Theater in der Sommerpause

Zeit der Handwerker

Die ganz großen Baumaßnahmen der jüngeren Zeit im Theater, etwa der Brandschutz, sind abgeschlossen. Aber Volker Degen-Feldmann, der mit den Mitarbeitern der Verwaltung keine Sommerpause hat, koordiniert zurzeit kleinere Baumaßnahmen. Dabei geht es u.a. um die Beleuchtung auf der Bühne, das Sanieren der Duschen des Balletts, die Lüftung im T.NT und den Bodenbelag im Kassenfoyer.

Von Hans-Martin Koch