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Anna Schwemmer dirigiert MissTöne und manchmal auch das Publikum. Foto: t&w

Der dreigeteilte Chorseptember

Lüneburg. Das Programm steht, es ist sportlich, es ist überraschend und anspruchsvoll ist es auch. Lüneburg erlebt einen „Chorseptember“. An drei Tagen wird auf ganz unterschiedliche Art die ganze Bandbreite von Chormusik geboten. Auftreten werden bekannte Chöre, aber auch Projekte, die sich gezielt für den 2., den 15. und den 30. September formieren. Hinter dem Chorseptember steht der Kreis-Chorverband.

„Wir schlagen einen breiten Bogen als Werbung für das Chorsingen. Wir wollen zeigen, was alles gesungen wird“, sagt Dr. Franz Peter Schmitz, Vorsitzender des Kreis-Chorverbands. Mitmachen werden viele der 20 Chöre, die sich dem Kreisverband zugehörig fühlen. „Wir haben aber bewusst weitere Chöre einbezogen“, sagt Schmitz, der selbst beim Silcher-Chor aktiv ist. Der Chorseptember führt Sänger/innen und Zuhörer in die Innenstadt, in die Michaeliskirche und ins Zentralgebäude der Leuphana.

Jeder Chor hat 15 Minuten Zeit, um zu überzeugen

Sportlich ist der Zeitplan für den Start am 2. September. Gesungen wird vor allem im Glockenhof. Auf der Bühne haben 13 Chöre jeweils 15 Minuten Zeit, sich zu präsentieren. Zwischen den Auftritten gibt es fünf, manchmal zehn Minuten Zeit für den Wechsel auf der Bühne. Sportlich ist gewissermaßen auch die Bedingung, dass jeder Chor die Verpflichtung hat, bei einem der Stücke das Publikum einzubeziehen. „Wie das geschieht, das ist der Kreativität der einzelnen Chöre überlassen“, sagt Schmitz. Shanty-Chöre übernahmen Start und Abschluss, dazwischen finden sich gemischte Chöre aus dem Kreis, MissTöne als Pop-Variante, die Heideküken als Nachwuchs und ein Chor namens F.O.N. Er gibt sein Debüt und vielleicht ist das zugleich sein einziges Konzert.

F.O.N. steht für „Formation ohne Namen“. Der Projektchor wird von rund 20 Männern gebildet. Dahinter steht der Gedanke, dass vornehmlich Männerstimmen und ganz besonders Tenöre bei vielen Chören fehlen. „Für von F.O.N. haben sich erfreulich viele Tenöre gemeldet“, sagt Schmitz. Gesungen wird Musik aus Soul, Rock und Pop, die Leitung hat Joanna Toader.

Musikalische Stunde in der ausgeräumten Kirche

Überraschend wird der zweite Tag, das ist der 15. September, denn die Michaeliskirche als Konzertort wird unbestuhlt sein. Die Kirche feiert 600. Geburtstag und präsentiert sich im September ohne Bänke und Stühle. „Magnificat“ ist das rund 60-minütige Programm überschrieben, an dem ein weiterer eigens gebildeter Projektchor mitwirkt. Eingangs wird der Silcher-Chor Gregorianik singen, ausgangs Heaven Eleven unter anderem so etwas wie Kirchen-Pop, beide werden von Ann-Katrin Fiedler geleitet. Um Musikepochen zwischen den beiden Polen kümmert sich der von Monika Grade betreute Projektchor.

Anspruchsvoll ist sicher das gesamte Programm, das Finale am 30. September im Libeskind-Bau ist es gewiss. Dort werden Chöre sich am Abend zusammenfinden, um Carl Orffs „Carmina burana“ zu singen. Die Probentermine stehen, sagt Franz Peter Schmitz. Das populäre Werk von Carl Orff schließt einen langen Tag ab, an dem sich zahlreiche Chöre beteiligen werden. Mit dabei ist auch das Theater. Phillip Barczewski und die Lüneburger Symphoniker laden um 11.30 Uhr zu einem Mitsingkonzert unter dem Titel „Die Gedanken sind frei”. Für Text und Musik sorgen Hilke Bultmann und Thomas Dorsch. Zielgruppe sind alle ab fünf Jahren.

Auf seiner Homepage informiert der Kreis-Chorverband über sein Festival unter https://kcv-lueneburg.de/.

von Hans-Martin Koch