Dienstag , 25. September 2018
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Seit Jahren will die Stadt Uelzen Schloss Holdenstedt verkaufen. Mittlerweile steht ein Ivestor bereit, die die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss. (Foto: A/ta)
Seit Jahren will die Stadt Uelzen Schloss Holdenstedt verkaufen. Mittlerweile steht ein Ivestor bereit, die die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss. (Foto: A/ta)

Aus der Woche ist ein Tag geworden

Uelzen-Holdenstedt. Schrumpft etwas, muss das ja einen Grund haben. Aus der Holdenstedter Schlosswoche wurde ein Schlosswochenende und in diesem Jahr ein Schlosstag. Ein Konzert, sonst nichts. Auslöser des Prozesses ist der jahrelange Versuch der Stadt Uelzen, ihr schönstes Gebäude zu verkaufen. Das Schloss Holdenstedt frisst Geld, der Stau in Sachen Renovierung wächst, und nun ist ein Investor gefunden. Unterschrieben aber ist noch nichts, und die Kulturszene hofft, dass sie bei den Verhandlungen nicht vergessen wird.

Das Schloss hat eine lange Baugeschichte. Sie geht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Wesentlich für das heutige Erscheinungsbild ist der Bau, den 1700 bis 1709 Christian Ludwig von der Wense errichten ließ. Die ursprünglich barocke Fassade verschwand 1840.

Die jüngere Geschichte beginnt 1983. In dem Jahr erwarb die Stadt Uelzen das Schloss. 1985 zog das Heimatmuseum Uelzen ins restaurierte Gebäude. Der Museums- und Heimatverein des Kreises, der Kunstverein und das Kulturmanagement der heutigen Hansestadt richteten Ausstellungen ein. Genutzt wurde das Schloss für Preisverleihungen, Vorträge, Konzerte, Hochzeiten – und für die Holdenstedter Schlosswochen. Sie schärften ab 2000 ihr Profil mit bis zu zehn Veranstaltungen als kammermusikalisches Festival plus literarischem Beiwerk. Federführend war die Stadt bzw. Ute Lange-Brachmann, die bis 2010 für das städtische Kulturmanagement betrieb.

Verhandlungen mit einem Investor

Eine Lösung für die Zukunft des idyllisch gelegenen Schlosses rückt näher. Die Stadt befindet sich in Verhandlungen mit einem Investor, der in Holdenstedt Wohnen für Senioren plant und zusätzliche Gebäude erstellen will. Die Verhandlungen ziehen sich etwas hin. „Das ist kein normales Gebäude“, sagt Bernd Hinz, der bei der Stadt Uelzen die Verhandlungen gestaltet. Ein Thema: Wie können Schlossgarten und Schloss als Orte kultureller Veranstaltungen weiterhin öffentlich zugänglich sein? Konkret wird Hinz nicht: „Wir befinden uns mitten in den Verhandlungen, da kann ich zurzeit nichts sagen.“ Man hoffe aber, in diesem Jahr zu einem Vertrag zu kommen.

Bei den Kulturschaffenden lösen die Pläne unterschiedliche Reaktionen aus. Das Museum könnte in die Bahnhofstraße umziehen, in ein ehemaliges Gebäude der Sparkasse. „Wir würden das gerne machen“, sagt Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm mit Verweis auf bessere Erreichbarkeit, höhere Attraktivität und Raumgewinn. Aber: „Die Dinge sind im Fluss.“ Was bedeutet: Wer bezahlt?

Am Schloss als Ort für Kultur festhalten wollen andere. Dazu zählt die Schlosswochen-Gesellschaft, die laut Satzung das Lange-Brachmann-Konzept fortsetzen will. Die Stadt zog sich aus der Förderung weitgehend zurück. Die Kulturmanagerin hat außerdem mit Roa Hachmann, Renate Schmidt und Karin Thamm-Hoffheinz den Verein IKU gegründet – Initiative Kultur Uelzen. Ziel: Erhaltung des Holdenstedter Schlosses als Kulturstätte.

Konzert

„Slawische Tänze“

Der Holdenstedter Schlosstag 2018 bietet am Sonnabend, 1. September, um 17 Uhr ein Konzert unter dem Titel „Slawische Tänze“ mit vielen Raritäten, aufgeführt von Natasha Korsakova (Violine), Amy Rodenburg (Sopran), Claus Temps (Bariton) und Ira Maria Witoschynskyj (Klavier). Um 16 Uhr gibt Dr. Joachim Draheim eine Einführung. Für den Winter sind Konzerte unter Leitung von Hinrich Alpers angekündigt.

Von Hans-Martin Koch