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Dr. Mark Benecke wird auch im Elbenwald über biologische Spuren bei Mordopfern berichten. Archivfoto: t&w

Die Elben übernehmen

Westergellersen. Nach dem Festival ist vor dem Festival. Auf dem Eventpark Himmel & Heide wird am kommenden Wochenende erneut etwas komplett Neues versucht. Das Gelände, auf dem Birken und Eichen stehen, wird vom 9. bis 11. August zum Elbenwald. Elben, das sind diese Gestalten aus Mittelerde, die J.R.R. Tolkiens Fantasy-Romane wie „Der Hobbit“ und „Der Herr der Ringe“ beleben. Beim Elbenwald Festival dreht sich folglich alles um Fantasy, Film und Musik.

Hinter dem Festival steht der größte Anbieter von Fanartikeln in Deutschland, der unter dem Namen Elbenwald online und zunehmend in Großstadtläden präsent ist. Das Konzept vereint unterschiedlichste Aspekte. Angekündigt werden Schauspieler wie Tom Felton, der in den „Harry Potter“-Filmen den Draco Malfoy spielt. Felton wird auch als Musiker zu erleben sein. Angesagt wird auch der 2,10-Mann Kristian Nairn, der als Hodor in der Serie „Game of Thrones“ zu sehen war.

Für Musik sorgen Bands wie Le Fly, Moop Mama und Fiddler‘s Green. Höhepunkt in musikalischer Hinsicht soll der Auftritt eines fürs Festival gebildeten Orchesters sein, das unter anderem Werke aus „Harry Potter“- und „Herr der Ringe“-Filmen spielen wird.

Zauberstab bauen, Zaubertrank brauen

Kommen werden laut Programm auch Autoren, darunter Wolfgang Hohlbein. Seine Bücher aus den Genres Horror, Science Fiction und Fantasy erreichten bisher eine Gesamtauflage von rund 43 Millionen, Hohlbein ist damit einer der kommerziell erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands. Außerdem wird Dr. Mark Benecke als Kriminalbiologe und Spezialist für biologische Spuren bei Kriminalfällen gruselige Tatsachen präsentieren.

Kinozelt, Mittelaltermarkt und eine Menge Workshops ergänzen das Angebot. Man kann einen Zauberstab basteln und Zaubertränke brauen, es gibt Schwerter-Schaukämpfe, es wird Quidditch gespielt und die Verteidigung gegen die dunklen Künste einstudiert.

Entsprechend klingen Anweisungen für Fans, die auf dem Festival zelten. Da heißt es zum Beispiel: „Unverzeihliche Flüche sind auf dem gesamten Festivalgelände strengstens untersagt. Da wir dem Internationalen Statut zur Geheimhaltung der Magie unterliegen, ist auch von „normalen“ Zaubersprüchen abzusehen, die gar zu auffällig sind, da auch Muggel auf das Gelände dürfen.“
Nach A Summer‘s Tale bedeutet ein weiteres Festival für Feuerwehr, Polizei und Sanitätsdienst schon eine erhebliche Belastung. Gellersens Feuerwehrchef Frank Thieme nimmt es gelassen. A Summer‘s Tale sei „sowas von diszipliniert“ gewesen, „das war wirklich gigantisch.“ Was mit den Elben auf sein ehrenamtliches Team zukommt, weiß er nicht, „aber ich bin gespannt, das Programm klingt ja interessant.“

Erwartet werden gut 3000 Besucher

Da mit gut 3000 Besuchern gerechnet wird, ist der Aufwand gegenüber A Summmer‘s Tale überschaubarer, am vergangenen Wochenende kamen 13 000 Menschen. Natürlich wird wieder permanent die Lautstärke gemessen, Anwohner der umliegenden Dörfer werden allerdings nicht ganz geräuschfrei leben. Am vergangenen Wochenende blieb alles unterhalb der Grenzwerte.
Das Festivalgelände wird bereits umgebaut. Genutzt werden dabei Teile der Infrastruktur des gerade gelaufenen Summer‘s-Tale-Festivals.

Schon jetzt gilt als ausgemacht, dass der Elbenwald nicht nur einmal auf dem Heideboden wachsen soll. Elbenwald-Tagestickets kosten 70 Euro, alle drei Tage rund 140 Euro. Etliche Workshops sind extra zu bezahlen, das gilt auch für Autogramme und für Fotos mit den Top-Stars.

von Hans-Martin Koch