Mittwoch , 19. September 2018
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Christina Hesselholdt eröffnet die Reihe mit einem Roman über Menschen in den „mittleren Jahren“. (Foto: Nadine Kunath)
Christina Hesselholdt eröffnet die Reihe mit einem Roman über Menschen in den „mittleren Jahren“. (Foto: Nadine Kunath)

So schreibt der Norden

Lüneburg. Die Herbstlesungen der Reihe „Grenzenlos 2018“ führen in den europäischen Norden. Am Dienstag, 28. August, startet die Reihe um 19.30 Uhr im Heine-Haus mit einer Lesung der dänischen Autorin Christina Hesselholdt. Die 1962 geborene Autorin gilt als eine der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen dänischen Literatur. Ihr Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. „Gefährten“ (Hanser) ist das erste Buch, das von ihr auf Deutsch erscheint.

In dem Roman gehen die Jugendfreunde Alma und Kristian, Camilla und Charles, Edward und Alwilda gemeinsam durch die Phase des Lebens, die man die mittleren Jahre nennt. Christina Hesselholdt zieht die Leser unmittelbar hinein in ihre Leidenschaften, Kümmernisse, Sehnsüchte und Überempfindlichkeiten. Mit Beiläufigkeit und Komik erzeugt sie dabei das Gefühl, dem Leben selbst nie näher gewesen zu sein als in den Lebensausschnitten dieser sechs Kopenhagener Freunde, die so radikal subjektiv, so befreiend offen über sich und ihre Beziehung zur Welt sprechen, über Melancholie und Schmerz, Liebe und Sex und das Glück der Freundschaft.

Übersetzerpreis des Staatlichen Dänischen Kunstrats

Ulrich Sonnenberg, Übersetzer aus dem Dänischen, moderiert den Abend. 2013 erhielt Sonnenberg den Übersetzerpreis des Staatlichen Dänischen Kunstrats. Die Lesung der deutschen Textpassagen übernimmt die in Lüneburg lebende Schauspielerin Barbara Lanz. Sie hat in zahlreichen TV-Filmen und -Serien mitgespielt, 2012/13 war sie auch bei „Rote Rosen“ zu sehen. Zuletzt stand als Sofia in „Tabu“ am Altonaer Theater auf der Bühne.

Am Montag, 17. September, folgt als zweiter „Grenzenlos“-Teil um 20 Uhr im Glockenhaus die norwegische Bestseller-Autorin Maja Lunde. Sie landete mit ihrer „Geschichte der Bienen“ einen Welterfolg. Nun stellt sie ihren neuen Roman „Die Geschichte des Wassers“ vor. Die Veranstaltung findet als Kooperation mit der Buchhandlung Lünebuch statt. Antje Deistler moderiert und übersetzt, die unter anderem von „Polizeiruf 110“-Folgen her bekannte Schauspielerin Claudia Michelsen liest die deutschen Textpassagen.

Leben mit zwei Sprachen

Nach Finnland führt ein Abend mit der ehemaligen Heinrich-Heine-Stipendiatin Dorothea Grünzweig am Donnerstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr im Heine-Haus. Grünzweigs Lyrik ist geprägt vom Leben mit zwei Sprachen, so auch in dem Gedichtband „Kaamos Kosmos“. Kaamos ist ein zentrales Wort der finnischen Sprache und hat eine mythische Qualität, es bezeichnet die Zeit der Dunkelheit, die sonnenlose Zeit. Grünzweig, die seit 1998 in Finnland lebt, wird von der Geigerin Laura Kokko begleitet.

„Grenzenlos“ wird vom Literaturbüro und der Literarischen Gesellschaft veranstaltet. Förderer sind die Sparkassenstiftung und der Lüneburgische Landschaftsverband. lz