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Zum Auftakt gab es herzerwärmend „Summertime“, aber die Abende werden kühler, das Barometer signalisiert Theaterwetter. Foto: t&w

Alles aus erster Hand

Lüneburg. Erst einmal ging es wieder ums Geld. Das beschäftigt das Theater zurzeit laufend. Zum Jahresende muss ein neuer Vertrag mit dem Land her, die Verhandl ungen schleppen sich dahin. In diesem Fall aber war eine gute Botschaft zu verkünden. Der Freundeskreis stärkt das Theater mit 15 000 Euro – ein schöner Tropfen auf einem sicher nach wie vor heißen Stein. Die hilfreiche Geste lieferte ein guter Einstieg in die Jahr um Jahr schnellstmöglich ausverkaufte Vorstellung des Theaters: die Abendgala.

Die Karten für das Finale des Theaterfests sind stets schnell weg. Die Vorschau auf das, was kommt, ist mit ihren Zutaten humorvoll, ernsthaft, berührend – alles liegt nah beieinander. Es wird sozusagen ein Vorspeisenteller aufgetischt, handgemacht aus eigener Küche.

Theater steht für Vielfalt und Offenheit

Hilke Bultmann fürs Schauspiel, Friedrich von Mansberg fürs Musikalische, führten wieder durch den Abend. Das Theater stehe für Vielfalt und Offenheit, betonten sie, und Hilke Bultmann listete auf: „Wir haben 195 Mitarbeiter aus 42 Ländern.“ Vielfalt der Nationen, der Produktionen, der Emotionen – es ging Takt um Takt, Wort um Wort, Schritt um Schritt quer durch den Spielplan. „La Bohème“, „Rosenkavalier“ und „Wiener Blut“ wurden zitiert, „Die Nibelungen“, „Die Neuen“ und „Black Rider“, nicht zu vergessen das „Sommernachts-traum“-Ballett. Und mehr. . .

Zwei Stunden plus Nachspielzeit reichen kaum, und von den kleineren Bühnen im T.NT und T.3 war gar nicht die Rede. Das Publikum klatschte sich die Hände warm, alles war wie immer – gut gemacht und gut gelaunt. Dass ein Naturhorn mal spieltechnisch verständlicherweise nicht lupenrein klingt, dass der „Rosenkavalier“-Bass bis zur Premiere noch etwas zulegen darf, das stört den Abend nicht.

Nach der Gala kommt die Show: Philip Richert ließ es mit seiner Band As You Like It im Zelt ordentlich krachen. Tanzen zum Ende eines vollen Tages – wunderbar!

„Foxtrott mit der Macht“

Nun ist wieder alltägliche Probenarbeit zu leisten, aber einiges passiert auf der Bühne noch vor der Puccini-Premiere am 22. September.

Schon am Sonntag, 2. September, steht das erste Meisterkonzert der Spielzeit auf dem Plan. Die Reihe ist nach einem Ausflug zum Sonnabend terminlich an ihren ursprünglichen Platz zurückgekehrt,. Thomas Dorsch leitet am Sonntag um 19 Uhr die Lüneburger Symphoniker in einem Programm namens „Foxtrott mit der Macht“. Drei Werke sind zu hören, in deren Hintergrund – zum Teil – Machtpolitik mitspielt.

John Adams schrieb „The Chairman Dances“ im Kontext seiner Oper „Nixon in China“. Béla Bartóks Konzert für Orchester erschien 1943 kurz nach seiner Flucht aus Ungarn in die USA. Dazu kommt Mozarts Klarinettenkonzert mit Solistin Bettina Aust, die mehrfach den Deutschen Musikwettbewerb gewann.

Von Hans-Martin Koch

2 Kommentare

  1. Werner Schneider

    Dem Theater kann man nur alles Gute wünschen. Es hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung gemacht. Vor allem die Öffnung nach außen (rein in die Schulen, Hereinholen der Welt außenrum) bettet das Theater gut in Lüneburg ein.

    • Wie fängt das Theater nun an? Sommerzeit ewig? Eigentlich wollten die Menschen in der Winterzeit Theater erleben. Sommerzeit ablehnen. Tja geschickt gefragt Herr Juncker. Zähler und Nenner einfach vertauscht. Eine schöne Seifenoper, dreimal Marta bitte mit Juncker, 1 Reihe. Marta is heute nicht, morgen. Heute Pinocchio…