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Gilta Jansens Objekt kam als erstes auf den Acker, der jetzt die Fruchtfolge um Kunst erweitert. Foto: Jochen Quast

Stoppelacker wird zum Kunstfeld

Bad Bevensen. „Nimm drei“ forderte Andrea Stopford. Das war schon mal eine gute Idee. Denn das ist immerhin eins mehr als das klebrige Nimm-2-Bonbon, das einmal in dem Bahnhofs-Kiosk verkauft worden sein mag. Der Kiosk ging pleite, der Raum wandelte sich zur Bahnhofsmission und weiter zur Kulturstation. Dort sollten Besucher nun drei Worte aus einer Zahl von Wortzetteln greifen und eine Kette von Assoziationen formen. Die wiederum sammelte Andrea Stopford in ihrem Kiosk namens „Zur heißen Spur“. Die kleine Kulturstation legt eine Fährte zu einem großen Stoppelacker, auf dem ab Sonnabend, 1. September, „KUNST AM BAUer“ zu erleben ist. Ein Projekt auf 3,6 Hektar.

„Nimm drei“ ist schon vorbei, jetzt geht es im Bahnhof um „Nachrichten vom Homo sapiens“. Spuren eines solchen weisen Wesens sucht Petra Vollmer. Auch diese Aktion verweist auf das Kunstfeld beim Schweizerhof, einem Bio-Betrieb am Rand von Bad Bevensen. Dort hatte sich vor 21 Jahren ein Verein gegründet, der mittlerweile Kulturstationen Bad Bevensen heißt.

Als Thema vorgegeben wurde „Spuren“

Zuletzt habe der Verein vor acht Jahren Kunst auf die Felder gebracht, sagt Kulturstationen-Vorsteherin Katja Schaefer-Andrae. Jetzt soll mit KUNST Am BAUer eine Marke etabliert werden, erstmalig vom 1. bis 16. September. Als Thema vorgegeben wurde „Spuren“.

Beiträge liefern 26 Künstler aus Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Hannover und Hamburg. Mit dabei sind unter anderem das Atelier Stahl und Farbe, Andrea Bölter, Anton Broering, Gilta Jansen, Wolf Kobernuß, Georg Lipinsky, Kathrin Matzak, das KURATO-Kollektiv Tosterglope mit Spuren des Denkens, Murte Liebenberg, Uschi Schwierske, Andrea Stopford und etliche mehr.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Fotos von Jochen Quast

Teilhabe, Nachhaltigkeit und Ökologie sind Begriffe, die mit der Kunst auf dem Acker korrespondieren sollen. Inwieweit das funktionierten kann, kristallisiert sich beim Aufbau in diesen Tagen heraus.

Eröffnet wird KUNST AM Bauer am Sonnabend um 16 Uhr. Johann Greve, Marcus Theilmann und Mattis Wroblewski sorgen für Musik, die Lichtkünstler Julian Hayes und Sebastian Gottheit von der Bienenbütteler Gruppe „Ein Licht unter vielen“ tauchen die Kunst abends in ein Lichtermeer.

Was Katja Schaefer-Andrae besonders freut: Die Bevenser Firma Möbel-Reck stiftet einen KUNST-AM-BAUer-Preis, zusätzlich einen Publikumspreis. Zu den KUNST-AM-BAUer-Förderen gehören außerdem das Land, die LAG Soziokultur und die VGH Stiftung. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Fotos von Jochen Quast. Bei der Finissage am 16. September um 15 Uhr werden die Preise verliehen, mitwirken wird Chamber Brass, ein Bläserensemble der Lüneburger Symphoniker. Am 16. September ist parallel im Bahnhof Schluss mit den Nachrichten vom Homo sapiens.

Details zum Projekt, Anfahrt und Kontakt über www.kunst-am-bauer.de

Von Hans-Martin Koch