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Die Comic-Zeichnerin Barbara Yelin kommt am 10. September ins Heine-Haus. Foto: Martin Freidrich

Meisterin der Graphic Novel

Lüneburg. Barbara Yelin ist eine der bekanntesten deutschen Comic-Zeichnerinnen. Mit „Gift“, der Geschichte eines historischen Kriminalfalls, erschien 2010 der erste umfangreiche Comic von ihr. 2014 folgte ihre vielfach ausgezeichnete Graphic Novel „Irmina” über eine Mitläuferin in der Zeit des Nationalsozialismus, womit sie auch ein Stück eigener Familiengeschichte aufarbeitete. Gemeinsam mit dem Autor Thomas von Stein–aecker gestaltete sie das Buch “Der Sommer ihres Lebens”. Anrührend und tiefsinnig erzählt es von der 80-jährigen Astrophysikerin Gerda, die im Altenheim lebt und auf ihr Leben zurückblickt. Das Buch geht der Frage nach, was das eigentlich heißt: ein geglücktes Leben?

Lesung und Gespräch in Lüneburg

Am Montag, 10. September, 19.30 Uhr, stellt Barbara Yelin in Lesung und Gespräch „Der Sommer ihres Lebens“ und andere Arbeiten vor. Der Comic-Experte Jakob Hoffmann moderiert.
Barbara Yelin studierte Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg. In Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Israel erschien 2016 die Comic-Biographie “Vor allem eins: Dir selbst sei treu – die Schauspielerin Channa Maron”. Im Berliner Tagesspiegel erschien ihre monatliche Serie „Über Unterwegs”, für die sie Erlebnisse und Zeichnungen zu kurzen, gezeichneten Reiseberichten umsetzte. Der Kalender „Über Unterwegs“ versammelt zwölf der schönsten entstandenen Seiten. 2015 erhielt sie den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur und 2016 den renommierten Max-und-Moritz-Preis als beste deutschsprachige Comic-Künstlerin. Jakob Hoffmann veranstaltet Ausstellungen, Lesungen und außergewöhnliche Formate, darunter die Reihe „Stories + Strips“, das den Machern von Comics und Graphic Novels eine Bühne bietet.

» Tanja Langer und Wiebke Eden lesen im Rahmen der Ausstellung „Das Haus der Erinnerung“: In einer städteübergreifenden Doppelausstellung in Lüneburg und Schneverdingen reflektieren Künstler/innen zentrale Fragen des Erinnerns: Wie erinnern wir uns in digitalen Zeiten? Was geschieht mit dem persönlichen Gedächtnis, wenn man alles googeln kann? Was bedeutet Erinnerung heute für unsere gesellschaftliche Identität? Im Rahmen dieser Ausstellung veranstaltet das Literaturbüro in Kooperation mit dem BBK Lüneburg eine Lesung mit Tanja Langer und Wiebke Eden am Mittwoch, 12. September, 19.30 Uhr, im Heinrich-Heine-Haus. Die Autorinnen führen durch die Ausstellung, dabei liest Tanja Langer Texte aus „Das Haus“.

Danach stellt Wiebke Eden ihren neuen Roman „Die Schatten der Erinnerung“ (Bübül Verlag Berlin) vor. Darin setzt sich die Friedensaktivistin Mathilde, die 1940 in Barcelona in der Enklave der Deutschen als Spionin tätig war, in den 1990er-Jahren mit ihrer Vergangenheit auseinander.

Tanja Langer und Wiebke Eden

Tanja Langer, geboren 1962, veröffentlichte Erzählungen, Hörspiele und Romane wie „Kleine Geschichte von der Frau, die nicht treu sein konnte“ (2006), „Der Tag ist hell, ich schreibe dir“ (2012) und „Der Maler Munch“ (2013). Außerdem schrieb die Autorin das Libretto für die Opern „Kleist“ und „Ovartaci – crazy, queer & loveable“ (2018, Staatsoper Berlin).

Wiebke Eden, 1968 in Jever geboren, arbeitete als freie Journalistin für Print, Funk und Fernsehen und lebt heute als Autorin in Berlin. Sie veröffentlichte 2008 den Roman „Die Zeit der roten Früchte“ (Arche Verlag), Porträts schreibender Frauen, siehe „Keine Angst vor großen Gefühlen: Die neuen Schriftstellerinnen“ (edition ebersbach, 2001) und Erzählungen, zuletzt „Udo“ (2017). 2018 erscheint ihr Roman „Die Schatten eines Jahres“ (Bübül Verlag Berlin).

lz