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Rebecca Lang trägt ab Oktober den Titel einer Universitätsmusikdirektorin und wird im Kulturleben der Stadt Akzente setzen. Foto: t&w

Mehr Gewicht für den kulturellen Sektor

Lüneburg. Sie hat in diesem Jahr die Uraufführung einer neuen Oper in der Hamburger Laeiszhalle geleitet und „La Traviata“ in Berlin. Sie hat das Udo-Lindenberg -Musical „Hinterm Horizont“ am Potsdamer Platz dirigiert und zwischen Berlin und Wien das Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“. Vor wenigen Tagen begleitete sie als Pianistin einen Brahms-Mahler-Liederabend, und nun kann sich Rebecca Lang eine neue Visitenkarte drucken mit der Berufsbezeichnung „Universitätsmusikdirektorin“. Das ist neu an der Leuphana.

Rebecca Lang setzte sich bei Theatern und Musicals durch, baute ein eigenes Ensemble namens Kreuzberger Kamerata auf. Was reitet sie, von Berlin nach Lüneburg zu ziehen und hauptamtlich an einer Universität anzudocken, bei der Musik wortwörtlich nicht die erste Geige spielt? „Bei meiner neuen Aufgabe kommt alles zusammen, was ich bisher gemacht habe: spielen, dirigieren, unterrichten, das ist ideal“, sagt die aus Australien stammende Musikerin, die Klavier und Dirigieren studierte. Sicher ist es zudem für den Lebenslauf von Künstlern gut, wenn sie auf eine universitäre Laufbahn verweisen können.

Um die Bigband ist es ruhiger

An der Leuphana wird Musik als Fach für Lehramt angeboten und im Bereich der Kulturwissenschaften. Mehrere Ensembles bestehen. Rebecca Lang wird das Orchester übernehmen und den zurzeit von Dobrinka Kojnova-Biermann geleiteten Chor. Aktiv ist auch ein Samba-Trommelgruppe, ruhiger ist es um die Bigband.

Alle Ensembles sind von hoher Fluktuation betroffen, dazu bringen die Mitwirkenden musikalisch sehr unterschiedliches Vorwissen ein. Künstlerische Leiter stehen immer wieder vor einem Neustart. „Das ist die Herausforderung. Zu sehen: Wie kriege ich es hin, was können wir erreichen?“ sagt Rebecca Lang. Sie baut unter anderem auf die Eigenmotivation: „Orchester ist hier keine Pflichtveranstaltung, das ist durchaus ein Vorteil.“

Amtsantritt ist am 1. Oktober

Natürlich hat sie Ideen, was sie machen möchte, aber erst einmal geht es darum, anzukommen, die Uni, Stadt und Region zu erfassen. Ihr Mann, ein Musiklehrer, hat bereits an der Wilhelm-Raabe-Schule eine Stelle.

Aber braucht die Leuphana überhaupt eine Musikdirektorin? „Die Leuphana will auf dem kulturellen Sektor sichtbarer werden“, sagt Uni-Pressesprecher Henning Zühlsdorff. Das gehe nur, wenn sich jemand dauerhaft dieser Aufgabe widme. Amtsantritt für die 40-Jährige ist am 1. Oktober.

Von Hans-Martin Koch

One comment

  1. Also ich finde das 13 Jahre Chorleitung von Frau Kojnova-Biermann mit zig kombinierten Auftritten Semester für Semester bishin zur Laiszhalle in HH für die Uni lange kulturelle Sichtbarkeit erbrachte. Es fragt sich allerdings wer dies dort wahrnahm und wahrnimmt, gar wertschätzte. Und wer nahm es wahr bei der LZ?

    Ein Enttäuschter, der noch auf Besserung hofft