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Die dreizehnköpfige Formation namens Operation Grand Slam versammelt etliche der besten Hamburger Jazzmusiker der jüngeren Generation. Foto: Band

Die JazzIG dreht auf

Lüneburg. Die kleinen feinen Konzerte sind nur denkbar, wenn es eine feine kleine Gruppe gibt, die sich dafür einsetzt. Im Jazz, der so manche Spielart zeigt, die nicht gerade massenkompatibel klingt, besteht in Lüneburg ein Kreis von Unterstützern, versammelt in der JazzIG. Neben Sessions, Workshops, Club- und Kammerjazzkonzerten setzt die JazzIG um die Vorsitzende Carmen Sillmann jetzt dreifach zu größeren Sprüngen an. Für das Top-Ereignis 2019 hat der Vorverkauf gerade begonnen, los aber geht es schon am 27. Oktober mit der Operation Grand Slam.

Dahinter verbirgt sich dreizehn erfahrene Musiker, die eine Art Allstar-Band der jüngeren Hamburger Jazz-Szene bilden. Fast alle Musiker besitzen Verbindungen mit Lüneburg – sei es als Mitglieder der früheren Bigband Blechschaden, als Dozenten des Lüneburger Jazz-Workshops oder als Musiker von Bands, die bereits von der JazzIG gebucht wurden. Zuerst zu nennen ist Bassist Oliver Karstens, der in der Musikschule seit vielen Jahren Nachwuchs ausbildet.

„Die Musik ist total cool“

Operation Grand Slam spielt am 27. um 20 Uhr in der Musikschule Funk und Jazzrock, dazu Filmmusik der 60er und 70er Jahre, geschrieben von Quincy Jones, Lalo Schifrin und Ennio Morricone. Zum Repertoire gehören zudem eigene Titel. 2017 begeisterten die Grand Slammer ihre Zuhörer beim Elbjazz-Festival.

Zur Band gehören unter anderem der Trompeter Claas Ueberschär, ebenso sein Kollege Philipp Kacza und Sebastian John (Posaune), die beide zur Band von Jan Delay gehören. „Auch die übrigen Musiker sind unglaublich, die Musik ist total cool“, verspricht Carmen Sillmann. Sie hat die Band gehört. Mehrmals.

Karten gibt es wie für die Operation Grand Slam, auch für einen schwedisch-deutschen Abend, an dem vier der zweifellos besten europäischen Jazzmusiker auftreten – am 7. April 2019 im Libeskind-Bau.

Ein Testkonzert im Libeskind-Bau

Der schwedische Posaunist, Sänger und „Jazz Baltica“-Leiter Nils Landgren ist seit mehr als 25 Jahren eine führende Instanz in der Branche. Am Piano sitzt der laut FAZ „vollkommene Klaviermeister“ Michael Wollny. Als Meister des Wohlklangs gepriesener Melodiker an Bass und Cello gilt der Schwede Lars Danielsson. Das Schlagzeug übernimmt der so elegant spielende wie gut gelaunte Wolfgang Haffner, der vor wenigen Wochen mit dem Sänger Thomas Quasthoff in der Leuphana auftrat und auch auf Gut Bardenhagen zu Gast war.

Hauptveranstalter des Konzerts ist die Agentur von Karsten Jahnke. Die JazzIG ist örtlicher Unterstützer ohne finanzielles Risiko. Für die Hamburger Agentur, die schon an Lüneburgs „Rock over Germany“-Festivals in den 90ern beteiligt war, ist das Konzert sicher auch ein Testlauf, um zu sehen, ob sich Konzerte im Libeskind-Bau lohnen.

Dritter größerer Termin der JazzIG ist ein Konzert mit dem Trompeter Nils Wülker am 23. Mai 2019 im Kulturforum. Der Trompeter legt nach neun Studioproduktionen ein Live-Album vor. Auf seiner „Decade Live 2019“-Tour will er zeigen, dass seine Musik auch Hörer findet, die nicht auf Jazz abonniert sind.

Von Hans-Martin Koch

One comment

  1. Habe den Nil-Wüker-Termin weder auf der Homepage der Kulturscheune noch sonst wo im Netz finden könnnen