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Julianna Townsend und BB Thomaz wird Peer Frenzke an diesem Freitag präsentieren. Fotos: Jochmann, A/t&w, All Entertainment

Es geht weiter, aber wie?

Lüneburg. Die 1st Class Session geht so langsam auf ihr zwölftes Jahr zu, und ihr Erfinder, der Gitarrist Peer Frenzke, sagt nach ungezählten Konzerten: „Das Publikum ist schwer einzuschätzen.“ Anders gesagt: Spannend ist nicht nur, was am Abend auf der Bühne geschieht. Spannend ist auch, wie das Publikum reagiert und wie viele Menschen überhaupt kommen. „An welcher Stellschraube müssen wir drehen?“ fragt sich Frenzke nach Sessions, die nicht so gut angenommen wurden – und er stellt sie sich auch generell. Kommenden Freitag aber geht wieder eine 1st Class Session über die Bühne der Ritterakademie – und sie ist stark besetzt.

Die Ritterakademie ist zur Heimat der Musikreihe geworden, die in der heute zum Salon Hansen gewordenen WunderBar begann. Vereinfacht gesagt, tauschte mit dem neuen, helleren, feineren Standort das Publikum die Lederjacke mit dem Sakko. Aber Lederjacke passt natürlich auch weiter. . .

Stars aus aktuellen Casting-Shows

An die 600 Musiker mögen bisher auf der Bühne gestanden haben, schätzt Frenzke. „Wir haben einmal die deutsche Musikszene umgerührt.“ Und einiges probiert hat Frenzke auch. HipHop zum Beispiel lief nicht gut, trotz prominenter Künstler, und der Wechsel der Konzertorte – etwa in die Garage – brachte auch keinen Schub nach vorn. Die Ritterakademie wird also weiter als Basisstation dienen, auch am Freitag, wenn ab 20 Uhr zwei Frauen im Zentrum stehen.

Die eine bringt ein Doppeltalent mit. Julianna Townsend singt in mehreren Bands und modelt. Bei der Castingsendung „Germany‘s Next Topmodel“ belegte sie den zweiten Platz. Sängerin Nummer zwei ist BB Thomaz. Sie wurde gerade für den Wettbewerb „Unser Lied für Israel“ nominiert. Auch sie kann auf Castingshow-Erfahrung und -Erfolg zurückblicken. Bei „The Voice of Germany“ erreichte sie das Finale. Die beiden Sängerinnen kennen sich, mit der Band The StreetLIVE Family sind sie beide unterwegs.

Sänger sind nichts ohne Band

Das Publikum freut sich natürlich, wenn „große“ Namen auf dem Plakat stehen. Frenzke setzt bei den Sängern oft auf Nachwuchs, der aber wie bei Julianna Townsend und BB Thomaz auch seinen Preis hat. Beide bringen eben schon einigen Erfolg mit.

Sänger sind nichts ohne Band. Die Infos zu Songs von Adele über Lykke Li bis Melissa Etheridge liegen den Musikern vor, das sind neben dem Gitarristen und Gastgeber Peer Frenzke René Flächsenhaar am Bass, Ralf Gustke aus der Xavier-Naidoo-Band an den Drums und Christian Keymer am Keyboard. Ein Vorprogramm ist ebenfalls gebucht: Das übernimmt die 19-jährige Aya Alsamra, mit der Frenzke gerade bei der Lünale auftrat.

Fertig gestellt hat Peer Frenzke einen Sampler, eine Art „Best of“. Gewidmet wird die CD Robbie Mariano, der mit 47 Jahren gestorben ist und etliche Sessions am Bass und mit guter Laune bereicherte. Und die Zukunft? Vieles ist offen, eines sicher: Es wird 2019 nur vier Sessions geben, die erste am 16. Februar, weiter geht es am 11. Mai, 14. September und 9. November.

Von Hans-Martin Koch