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„Sylt“ (Öl auf Hartfaser) von Volker Winter (in der IHK). Foto: ff

Allerorts ist Platz für Kunst

Lüneburg/Reppenstedt. Bildende Kunst ist eine dankbare Angelegenheit, sie lässt sich vielfältig präsentieren – raffiniert ausgeleuchtet, mit viel weißem Raum drumherum, in einer richtigen Galerie, oder auch dort, wo gerade Platz ist, daheim oder zwischen anderen Exponaten. Ein kleiner Überblick über das, was eher versteckt an ungewöhnlichen Orten gezeigt wird, neu öffnet und/oder nur kurz zu sehen ist.

Experimentelle Stillleben, Pop Art, Mischtechniken – einen kleinen Ausschnitt auf die Vielfalt ihrer Positionen zeigen Regina Meier und Elke Qual, die beiden Malerinnen gestalten die aktuelle Ausstellung im Lüneburger Modecafé Aust, dem Domizil des Kunstkreises 2012. Die Präsentation läuft bis Ende November.

Erinnerungen an einen großen Sommer

Länger Zeit – und mehr Auswahl – haben die Besucher von Volker Winters „Erinnerungen an einen großen Sommer“ – zu sehen bis 7. Januar in der Industrie- und Handelskammer. Der gebürtige Lüneburger, der heute in der Nähe von Hamburg lebt, hat seine Impressionen von Nord- und Ostsee durchweg mit Öl auf Hartfaser, Leinwand, Karton und Pappe fixiert. Wichtiger als Details sind die Stimmungen im Wechsel der Tageszeit und des Wetters. Das immer wiederkehrende Motiv wird in die verschiedenen Darstellungsweisen durchdekliniert, vom Impressionismus über naive Malerei bis hin zum Konstruktivismus, der Reduktion auf klar abgegrenzte Flächen.

Die Lüneburger Bildhauerin und Fotografin Claudia Zimmermann lädt daheim zur Werkschau: Wochenende, 17. und 18. November, jeweils 11 bis 17 Uhr im Oedemer Weg 88. Im Mittelpunkt stehen Landart-Objekte: Gestaltungen aus Naturmaterialien in der Natur sind kurzlebig – was bleibt sind Fotografien. Claudia Zimmermann entwickelte eine umfangreiche Werkserie von Kreisinstallationen mit Elementen wie etwa Blätter, Früchte und Samenkörner. Die Fotografien strahlen Ruhe und Harmonie aus und wirken aus der Vielfalt der Natur heraus besonders in den kleinen Dingen.

Malerei, Illustration, Skulpturen, Glasgravur

„Zu dritt – 3 Tage, 3 Künstlerinnen“ heißt es im Kunstsaal, Marie-Curie-Straße 3-5. Und so steht es in der Einladung, erstens über Pari Shadjaani: „Das Spiel mit Formen und Farben, die gewollt und ungewollt entstehen, bildet in ihren Bildern das ‚lebendige‘ Leben ab.“ Das sind Arbeiten, die nicht mit einem bestimmten Ziel gemalt werden, sondern vor allem ästhetischen Anforderungen genügen sollen. Zweitens, Inga Kruse: „Sie ist fasziniert von Natur, die belebte als auch verlassene Stadtgebiete zurückerobert, aus ihnen ausbricht oder auch eigenen Raum neu definiert.“ Als Grundlage der Materialbilder dienen strenge geometrische Formen, die aufgebrochen und neu arrangiert werden. Drittens, Birgit Sylvester: „Gezeigt werden großformatige Werke mit einem lockeren Pinselstrich in Acryltechnik auf Leinwand.“ Das sind vor allem Industrie-Szenarien des Hamburger Hafens. Öffungszeiten: Sonnabend 11 bis 17 Uhr und Sonntag von 12 bis 16 Uhr.

Am Sonnabend öffnen von 11 bis 19 Uhr die Ateliers der „Kunstmeile Auf der Altstadt“: Gezeigt werden Malerei, Illustration, Skulpturen, Glasgravur, sowie Schmuck-Unikate. Eike Kuhse wird zudem als Gast vor dem Atelier von Anja Struck seine „Ars Ex Machina“ aufbauen und Kleinkunst aus der Maschine zaubern. Wer sich an allen elf Stationen einen Stempel abholt, kann einen der von den Künstlern gesponserten Preisen gewinnen.

Das Kunst-Forum Gellersen lädt zur Jahresausstellung mit dem Titel „Lieblingsstücke“ ins Gellersen-Haus in Reppenstedt. Zu sehen sind Arbeiten von 43 Maler(inne)n, 24 sind im Jahreskalender 2019 des Forums vertreten, die Ausstellung läuft bis 25. November, jeweils sonnabends/sonntags von 14 bis 18 Uhr, Mittwoch 15 bis 17 Uhr.

Von Frank Füllgrabe