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Katja Bogdanski alias Dicki präsentiert ein Familienfoto der Hoppenstedts. Oben lächelt milde der Meister. Foto: ff

Dicki Hoppenstedt feiert Jubiläum

Lüneburg. „Weihnachten bei Hoppenstedts“, das gehört zum Fest wie „Dinner for One“ zu Silvester. Auch Katja Bodanski wird Heiligabend wieder mit ihrer Familie in Lüneburg vor dem Fernseher sitzen, wenn ein Vertreter den „Saugblaser Heinzelmann“ anpreist, wenn Kollege Blümel seinen billigen Wein – „Abgezapft und original verkorkt von Pahlgruber & Söhne!“ – selbst trinkt, und wenn sich Vicco von Bülow, verkleidet als Opa Hoppenstedt, einmal mehr beschwert, dass „früher mehr Lametta“ war. Denn Katja Bogdanski war Dicki.

Jetzt feiern Loriots Sketche über die berüchtigte TV-Familie vierzigjähriges Bestehen. Katja Bogdanski kann sich gut daran erinnern, wie sie 1978 als Siebenjährige in einer Bremer Grundschule von einem TV-Mann gesichtet und kurzerhand (nach einem Anruf bei der Mutter) mit zum Set genommen wurde. Loriot zeigte sich von dem etwas pummeligen blonden Mädchen begeistert. Katja war zugleich aufgeregt und etwas eingeschüchtert von dem ganzen Trubel. Sie ahnte natürlich nicht, dass sie mit drei Worten zu einer Kultfigur des Deutschen Fernsehens werden würde. Denn Dicki sollte vor der versammelten Familie ein Weihnachtsgedicht aufsagen. Das Kind entschied sich für eine Kurzfassung, sie geht, wir erinnern uns, so: „Zicke, zacke, Hühnerkacke“.

Fliege, Strickweste und eine androgyne Blondfrisur

Bis heute klopfen Journalisten aller Branchen bei Katja Bogdanski – die sich gegen den Beruf der Schauspielerin entschieden hat – an die Haustür, um sie nach den alten Zeiten zu befragen. Dann erzählt die Lüneburgerin, die heute selbst einen fünfjährigen Sohn hat, von den unendlichen Wiederholungen jeder kleinsten Szene, bis der für seinen beharrlichen Perfektionismus berühmte Vicco von Bülow endlich zufrieden war. „Und ich weiß heute noch“, so Bogdanski-Hoppenstedt, „wie ich mich erschrocken hatte, als der Mittfünfziger Loriot plötzlich als alter Mann aus der Maske kam“.

Ausstaffiert mit Fliege, Strickweste und einer androgynen Blondfrisur war nie so ganz klar, ob Dicki ein Mädchen oder ein Junge sein sollte, das wusste auch Opa Hoppenstedt nicht so genau. Auf die behutsame Frage einer Verkäuferin (Evelyn Hamann) in einem Spielzeuggeschäft, ob das Kind denn ein „Zipfelchen“ habe, bekam sie die – ebenfalls unvergessene – Antwort: „Mein Enkelkind hat alles, was es braucht!“ Katja Bogdanski hat übrigens einen (damals 13-jährigen) Kollegen ausgestochen, dessen Popularität dann später einsetzte sollte: Auch Hape Kerkeling wollte Dicki Hoppenstedt spielen.

Sendetermine an Heiligabend: ARD 13.30 Uhr, 18.05 Uhr im NDR

Von Frank Füllgrabe