Aktuell
Home | Kultur Lokal | Chaos in Giselas Friseursalon
Amerikanische Touristen amüsieren sich prächtig – da hat das müde, erfolglose Gespenst von Canterville nichts zu lachen. Rechts: Die „Königin der Farben“ besucht im März das e.novum-Theater. Foto: t&w

Chaos in Giselas Friseursalon

Lüneburg. Das Gespenst von Canterville geistert nun seit Jahrhunderten durch sein Schloss, rasselt mit den Ketten und versucht vergeblich, irgendjemanden in de n düsteren Hallen zu erschrecken. Während sich amerikanische Besucher, für englische Gruseltradition völlig unempfänglich, köstlich amüsieren und der Geist zunehmend verzweifelt, wird im e.novum-Theater hinter den Kulissen bereits fleißig für die nächsten Premieren geprobt.

Am Sonntag, 13. Januar, Beginn 16.30 Uhr, ist B-Premiere für die „Canterville“-Bühnenfassung des Kinderbuch-Klassikers von Oscar Wilde, es spielt das Kinderensemble eins in der Regie von Edina Hasselbrink. Die Musik komponierte Ulf Manú. Die nächsten vier Aufführungen sind für für Schulen angesetzt, beginnen jeweils um 9 und 11.30 Uhr.

„Irres, Wirres, Zerzaustes und auch glatt Geföhntes“

Als in einer düsteren Nacht ein heftiges Gewitter tobt und die Mattisburg durch einen Blitzschlag in zwei Hälften geteilt wird, bringt Lovis, die Frau des Räuberhauptmanns Mattis, ein Mädchen zur Welt: Das ist Ronja Räubertochter, die mit elf Jahren allein loszieht, sich einer Bande anschließt, und nun „Röversdochter“ heißt. Denn am Sonntag, 3. Februar, feiert der Klassiker von Astrid Lindgren Premiere in einer plattdüütschen Fassung von Christine Imort, gespielt vom Kinderensemble der Niederdeutschen Bühne Sülfmeister. Die für Zuschauer ab sechs Jahren konzipierte Inszenierung stammt von Kirstin Rechten und Michael Wieghardt.

Am Sonnabend, 2. März, sind die Erwachsenen dran: Die Groteske „Mein fabelhafter Frisörsalon“ verspricht „Irres, Wirres, Zerzaustes und auch glatt Geföhntes aus Giselas Salon“, Regie führt Theaterchefin Margit Weihe. Das Erwachsenenensemble eins bewährte sich bereits im „wunderbaren Waschsalon“. Nun also der Frisör. Hier treffen sich allerhand schrullige Gestalten mit seltsamem Benehmen, sie alle wollen Gutes tun, denn Giselas Laden läuft nicht recht, doch am Ende fügen sich alle Irrungen, Wirrungen und Leidenschaften zum harmonischen Finale.

Die Musik für das Liebeschaos schreibt Ulf Manú.

Vier unglücklich Verliebte irren durch den Wald von Athen, verlieren sich im Reich der Elfen, deren König Oberon ebenfalls gerade Stress hat, nämlich mit seiner Gattin Titania: Mit dem Jugendensemble drei des Theaters hat sich Margit Weihe eine der populärsten Komödien überhaupt vorgenommen, gemeint ist natürlich Shakespeares „Sommernachtstraum“, er feiert Premiere am Sonnabend, 18. Mai. Die Musik für das Liebeschaos schreibt wiederum Ulf Manú.

In der Reihe „STarke STücke“ sind zunächst drei Schauspielkurs-Präsentationen geplant: „Aladin und die Wunderlampe“ (Sonnabend, 29. Juni, Regie von Julia Knappe), „Pippi auf den sieben Meeren“ (Edina Hasselbrink, 30. Juni) und „Mio, mein Mio“ (Antje Femfert, 30. Juni).

Neben den eigenen Produktionen gibt es auch Gastspiele: „Die Königin der Farben“ (17. und 18. März, für Kinder ab vier Jahren) hat ein paar Probleme, die Grundfarben auseinanderzuhalten, was zu schönen Resultaten führt. Am 28./29. April kommt der „Froschkönig“, und natürlich ist auch Dauergast „Steife Brise“ wieder dabei, das Impro-Theater aus Hamburg spielt am 16. Februar und 3. Mai.

Von Frank Füllgrabe