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Hannelore Bentlage vom ostpreußischen Landesmuseum (l.), Angela Becker vom Museum Lüneburg (mitte) und Brigit Rosenhagen (r.) vom Deutschen Salzmuseum. Fotos: t&w

Gebaut wird immer

Lüneburg. Die Museen der Hansestadt blicken auf ein gutes Jahr zurück. Mehr als 100 000 Besucher wurden im Deutschen Salzmuseum, im Museum Lüneburg und im Ostpreußischen Landesmuseum gezählt. Alle drei Häuser zeigen sich zufrieden, bei zweien sind die Zahlen auch nur bedingt mit Vorjahren vergleichbar. Denn das Museum Lüneburg musste acht Wochen wegen eines Brandschadens schließen, und das Ostpreußische Landesmuseum öffnete nach mehr als drei Jahren Neugestaltung und Ausbau erst wieder am 25. August.

Die Bilanz aus 2018:

▶ Weit vorn liegt wie in den Jahren zuvor das Deutsche Salzmuseum, es nennt auch als einziges Haus exakte Zahlen, nämlich 58 113 Besucher. „Das sind alles zahlende Besucher“, betont Kuratorin Hilke Lamschus. Die gut 58 000 Besucher entsprechen einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist auch mit Blick auf den heißen Sommer bemerkenswert. Gutes Wetter ist eigentlich kein Museumswetter.

▶ Zu den Besucherzahlen 2018 könne sie im Moment nur eine Tendenz nennen, sagt Prof. Dr. Heike Düselder vom Museum Lüneburg. Die Besucherstatistik werde noch ausgewertet. Einen Überblick hat die Museumsdirektorin aber schon: „Von den rund 30 800 Besuchern in 2018 waren knapp 40 Prozent Tagesbesucher, die die Dauerausstellung oder eine der Sonderausstellungen besucht haben.“ Ohne Brand und Schließung läge die Zahl natürlich höher, da „wir viele der im Frühjahr gebuchten Führungen für Besuchergruppen und auch für Schulklassen absagen mussten.“ Als Erfolgsmodell wertet Düselder die freien Sonnabende, die durch Kulturpaten gesponsert wurden. Sie hätten die Besucherzahlen an diesen Tagen mehr als verdoppelt.

▶ Mit knapp 20 000 Besuchern seit dem Neustart Ende August „sind wir sehr zufrieden“, sagt Dr. Joachim Mähnert, Direktor des Ostpreußischen Landesmuseums. Dabei habe die museumspädagogische Arbeit noch gar nicht begonnen und auch mit Werbung habe das Museum gerade erst begonnen. Die Zahl beziehe sich auf Kartenverkäufe, sowohl für das Museum als auch für Abendveranstaltungen. Als Zielgröße für den Jahresbesuch gibt Mähnert 30- bis 40 000 Besucher vor, was in etwa einer Verdoppelung der bisherigen Zahlen entspricht.

Das steht 2019 an:

▶ Kaum ein Jahr, bei dem es in Museen nicht ums Bauen geht. Das gilt für 2019 und die Jahre danach besonders für das Deutsche Salzmuseum. Vorbereitet wird eine gründliche „Sanierung im Bestand“, eine Erweiterung in größerem Ausmaß ist nicht geplant. Allerdings wird die Verwaltung des Museums Ende des Jahres in den Eselstall ziehen, was die Grundfläche in der Dauerausstellung geringfügig erhöht. Dafür aber fällt der Eselstall als Platz für Sonderausstellungen weg. Dort läuft nach wie vor die 50er-Jahre-Ausstellung – mit 23 000 Besuchern 2018. „Wir suchen, aber finden keinen neuen Ort für sie“, bedauert Hilke Lamschus. Ohnehin gebe es viele Ideen für Ausstellungen, aber der Platz fehlt. Fortgesetzt werden in größerem Umfang im Mai die Lüneburger Salztage. „Es geht uns um Inhalte“, betont Hilke Lamschus in Abgrenzung zu den Sülfmeister-Tagen.

▶ Inhaltliche Arbeit steht beim Museum Lüneburg im Zentrum. Im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprojekts „Pilgerspuren – Orte. Wege. Zeichen“ mit den Museen Stade findet vom 3. bis 5. April im Museum eine Tagung unter dem Titel „Pilgerfahrten und Wallfahrtskirchen zwischen Weser und Elbe“ statt. Ein zweites großes Projekt soll den Einsatz von Virtual Reality mit 360°-Videos auf den Weg bringen. Im Frühjahr werden zudem neue Ausstellungsflächen im Krügerbau fertig, und vom 28. April bis 25. August erinnert die Ausstellung „Der Mond ist aufgegangen“ an den Lüneburger Komponisten Johann Abraham Peter Schulz. Am 1. Oktober öffnet „Raum m“, eine Museumswerkstatt für Jugendliche, und im Monat darauf soll das Raritätenkabinett wieder zugänglich sein.

▶ Bauen bleibt ein Thema beim Ostpreußischen Landesmuseum. Denn vorzubereiten ist ein Ergänzungsbau, der sich dem Königsberger Philosophen Immanuel Kant widmet. Wie berichtet, kam die größte Sammlung zu dem bedeutenden Vertreter der Aufklärung in den Besitz des Landesmuseums. Zum 300. Kant-Geburtstag soll der Bau stehen, aber das ist noch etwas hin, das Datum fällt ins Jahr 2024. Parallel gibt es im noch frischen Museum vieles auf den Punkt zu bringen, zum Beispiel Audio-Guides. Mehrere Kunstausstellungen sind für das Jahr geplant. Hervorheben lässt sich die von Hubertus von der Goltz. Der 1941 in Ostpreußen geborene Bildhauer ist vor allem für seine in der Höhe balancierenden Figuren berühmt, eine hängt über dem früheren Eingang des Museums.

von Hans-Martin Koch