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Lukas Diestel und Jonathan Löffelbein suchen und finden die schaurigsten Rezepte. Foto: t&w

Toast mit Nutella, Fleischwurst und Käse

Lüneburg. Der Blog „Worst of Chefkoch“ sammelt die absurdesten Gerichte, die die Online-Rezeptesammlung „chefkoch.de“ hergibt. Präsentiert werden diese nun auch live – in einer satirischen Kochshow. Jetzt waren die beiden Kölner Jonathan Löffelbein und Lukas Diestel zu Gast in der Ritterakademie.

Wäre es keine Satire, hätte dieser Abend für alle Beteiligten nicht schlimmer laufen können: Als Aperitif eine Cola mit noch einmal so viel Rum, danach in Maggi getränkte und mit Fondor überwürzte Tomatenscheiben, als Hauptgericht einen Salzstangen-Auflauf mit Schinken und Käse und zum Abschluss eine mit Apfelspalten garnierte Fleischwurst aus dem Ofen. Gegangen wird erst, wenn alles aufgegessen ist.

Ein Mini-Backofen und ein Berg voller Zutaten

Doch der Abend war ein voller Erfolg: Mit einem Mini-Backofen und einem Berg voller Zutaten für die Gerichte aus der „Rezeptesammlung des Grauens“ bewaffnet, stießen die beiden Foodblogger auf viel Zustimmung. Seit Anfang 2017 sammeln die beiden Ende-Zwanziger die schrägsten Fundstücke. Kaum zu glauben: Die Gerichte, die besonders originelle Namen wie „Mit Käse überbackener Käse“ oder „Nutella-Fleischwurst-Käsetoast (Nufleika)“ tragen, sind keine Eigenkreationen der beiden. All dies scheint wirklich irgendjemandem zu schmecken.

Dass sie mit dieser Idee einmal zum Foodblog des Jahres 2017 gekürt werden, hätten sich Löffelbein und Diestel nicht gedacht. Begonnen hat alles während des Studiums in Freiburg im Breisgau, als sie sich die Gerichte noch privat auf dem Handy hin- und hergeschickt haben.Mit der Intention, einen Gegenentwurf zu all den perfekt inszenierten Foodblogs zu schaffen, begannen sie dann, ihre Sammlung im Netz zu veröffentlichen – und mit humorvollen Texten zu versehen. Mit Erfolg: Mittlerweile hat „Worst of Chefkoch“ fast 150.000 Fans auf Facebook und ein eigenes Buch in den Läden.

„Tomatenplatte á la Andi“

Wie das auf der Bühne ankommt, testeten die beiden jetzt. Die Gerichte wurden live nachgekocht und Kostproben ins Publikum gegeben. Manchen Happen konnten die beiden nur mit viel Überzeugungskraft loswerden, manches schien aber verblüffenderweise zu gefallen: Die „Tomatenplatte á la Andi“ schmecke „wie aus der Kindheit“ meint einer. „Forest Gump“, ein Drink aus Milch und saurem Apfel-Likör, dagegen „hat eine Konsistenz wie körniger Frischkäse“ sagt eine andere.

Dazu gab es die passenden, frei erfundenen und äußerst humorvollen Zubereitungsanleitungen aus ihrem Buch – sowie andere Texte, die nur entfernt etwas mit „Worst of Chefkoch“ zu tun haben. Löffelbein, der auch an Poetry Slams teilnimmt, gewährte Einblicke in das WG-Leben mit Diestel.

Von Anna Hoffmann