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"Springendes Reh" von Mathias Schneider.

Jäger mit dem Teleobjektiv

Adendorf. Wir wissen nicht, vor wem dieses Reh flüchtet; fest steht: Es ist eilig. Der Naturfotograf Mathias Schneider erwischte es dennoch. Als Jäger mit dem Teleobjektiv hat sich der Lüneburger an Zwei- und Vierbeiner herangepirscht, sie in Momenten der Ruhe, der Ankunft, des Aufbruchs und eben der Flucht erwischt. Das sind Bilder von melancholischer Schönheit, etwa vom „Elbufer im Morgengold“ und von „Schwarzstörchen im Abendlicht“, von meditativer Stille, wenn sich die Natur und ihre Bewohner auf die Nacht vorbereiten, sich zurückziehen.

Ausstellung läuft bis zum 9. März

Es gibt Aufnahmen von subtiler Spannung, ein Fuchs trinkt am See, die schwimmenden Vögel lassen sich nicht beeindrucken, und von mildem Humor: Zwei Graugänse spazieren einträchtig über das Eis, vermutlich ein altes Ehepaar. Bis zum 9. März stellt Mathias Schneider in der Adendorfer Bibliothek am Rathausplatz aus, zu sehen sind immerhin 38 Arbeiten. Als echter Dokumentator mit dem Anliegen, auf die – manchmal verborgene – Schönheit der Region hinzuweisen, gibt Mathias Schneider dem Betrachter Ortsangaben und den Zeitpunkt des jeweiligen Treffers an die Hand: Naturfotografen sind offensichtlich Frühaufsteher, das Reh wurde allerdings um 12.16 Uhr „irgendwo im Hinterland“ fotografiert. ff