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Premiere: Regisseur Joachim von Burchard inszeniert zum ersten Mal in Lüneburg. Foto: phs

Alphamännchen zoffen sich nun mal gern

Lüneburg. Für das Alphatier nennt Wikipedia zehn Eigenschaften. Fünf negative: Das Alphatier ist autoritär, dominant, nicht kompromissbereit, machthungrig und wenig kooperationsfähig. Na, kennen Sie so eins? Und dann noch fünf positive: selbstbewusst, initiativ, engagiert, selbstständig und selbstkritisch. Na, sind Sie so eins? Wir wissen es nicht, aber auf der Bühne des T.3 im Theater stehen sich in Kürze zwei Alphamännchen gegenüber. „Ein König zu viel“ heißt das Stück für Kinder und größere Menschen.

Geschrieben hat es Gertrud Pigor, geboren 1958 in Bad Neustadt/Saale. Seit 1996 arbeitet sie als freie Regisseurin und Autorin. Zuletzt war sie am Schauspielhaus Hamburg und an den Theatern Kiel, Saarbrücken und Linz tätig. Pigor kann eine lange Reihe von Kinderstücken vorweisen. „Ein König zu viel“ ist eines ihrer erfolgreichsten.

Eine Insel, zwei Könige

Was passiert? König Karl und König Fritz kennen sich nicht, jeder herrscht im eigenen Königreich. Nun packt sie am selben Tag Lust auf einen Ausflug mit dem Heißluftballon. Die Ballons stoßen zusammen, der Karl und der Fritz können sich auf eine kleine Insel retten, und nun sitzen sie da: eine Insel, zwei Könige. Einer zu viel, finden sie.

Auf der Bühne gibt es also Stress. „Wir haben eine gute Zeit“, sagt dagegen Joachim von Burchard. Er ist der Regisseur der Zwei-Personen-Komödie. Burchard, zum ersten Mal am Theater Lüneburg, hat oft und gern für Kinder Theater auf den Weg gebracht. Er gründete schon während des Kulturpädagogik-Studiums ein Theater, später das Theaterhaus Hildesheim. Burchard, 1958 geboren, schreibt Stücke, wurde mit Inszenierungen zu Festivals eingeladen, gewann Preise, unterrichtet an Hochschulen. Er weiß, was er kann, was er macht, wie eine Produktion läuft. Er ist entspannt.

Beide Akteure sind immer präsent

„Ein König zu viel“ funktioniert über den Humor. Damit der sitzt, „muss man extrem aufeinander achten, beide Akteure sind immer präsent, sind sich gegenseitig ausgesetzt“, sagt Burchard. Das Stück richtet sich an Besucher ab fünf Jahren. Prallen zwei Alphatiere aufeinander, wollen beide Bestimmer sein, dann ist Humor sicher das beste Mittel, um Machtgeprotze zu demaskieren. Der Humor des Stück und der Inszenierung seien nicht spezifisch auf Kinder ausgerichtet, sagt der Regisseur. „Guter Humor funktioniert bei allen.“

Transportiert wird er von Paul Brusa und Martin Skoda. Der erste der rund 50-minütigen Auftritte der Könige erfolgt – in der Ausstattung von Barbara Bloch – am Donnerstag, 7. Februar, um 10 Uhr. Weitere Vorstellungen folgen bis zum 24. März, darunter vier, die nicht vormittags, sondern um 15 Uhr laufen: am 17. Februar, 10., 17. und 24. März.

Von Hans-Martin Koch