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Barbara Lanz kam über „Rote Rosen“ nach Lüneburg und blieb – auch wenn es hier keine Berge gibt. Foto: t&w

Jetzt wird sie persönlich

Lüneburg. Sie kam als Naomi Lichtenhagen. Folge 1396 bis 1515, Dezember 2012 bis Juni 2013. „Ich war das verrückte Huhn mit Schulden“, erinnert sich Barbara Lanz an ihre Naomi-Zeit bei den ewig blühenden „Roten Rosen“. Naomi ist Geschichte, sie ist „mit ihrem Typen in den Sonnenuntergang gen Frankreich geritten oder so“, schreibt jemand in einem „Rosen“-Chat. Barbara Lanz ist geblieben. Das hat mit Liebe zu tun, nun mit einem fünfjährigen Sohn. Lüneburg passt schon. Nur den Schnee, den vermisst die Frau aus Gmunden in Oberösterreich schon. „Und die Berge. . .“

Nun ist sie aber hier, trinkt Earl Grey und plant was Neues, einen Solo-Abend. Was Neues ist für eine Frau, die weit mehr als 30 Jahre auf der Bühne und vor der Kamera stand, eigentlich kaum denkbar. Barbara Lanz startete mit zwölf Jahren als Komparsin in der Serie „Schlosshotel Orth“. Mit 15 hatte sie ihre erste Hauptrolle im Film „Der Kuss meiner Schwester“. A propos Schwester: Ihre Schwester Elisabeth Lanz ist Kollegin und war in den „Rosen“-Folgen 1201 bis 1400 zu sehen.

Ein persönlicher Abend

Die Liste von Filmen, Serien und Theaterstücken von Barbara Lanz ist lang, reicht von „SOKO Kitzbühel“ über eine lange Zeit bei der Soap „Anna und die Liebe“ bis „SOKO Wien“. Daneben steht sie immer wieder auf der Bühne, im Deutschen Schauspielhaus, im Altonaer Theater, in Kürze geht es nach Stuttgart. Dort spielt sie ab 15. März mehr als 30 Vorstellungen in einer Bühnenfassung von „Tabu“ nach dem Bestseller von Ferdinand von Schirach.

Vorher wagt sie einen Schritt der „seelischen Enthüllung“, einen persönlichen Abend diesseits der vielen Rollen, die sie spielt. „Ich trage das seit Jahren mit mir rum“, sagt Barbara Lanz. Texte von Anais Nin, Mascha Kaleko, Rainer Maria Rilke und Max Reinhardt werden einfließen, verwoben mit Performance und Musik. „Es wird wahrscheinlich etwas melancholisch“, mutmaßt sie. Noch ist manches im Fluss. „Ich bin keine Sängerin, ich bin keine Pianistin“, sagt sie und wird sich doch so präsentieren, unter anderem mit „Vienna“ von Billy Joel und Metallicas „Nothing Else Matters“ – hardrockig wird es nicht. Tänzerin ist sie von Haus aus auch nicht, aber sie lernt bei Roberto Barcena die Präzision und Tiefe des Tangos.

Der Ort ist intim

So persönlich wie das Programm, so intim ist der Ort. Der Salon d‘hARTz im Lösecke-Haus am Stint, das Michael von Hartz nach dem Brand 2013 wieder aufbaute, fasst nur 30,40 Besucher. Gastgeber der Veranstaltungen dort ist Jan Balyon. Er wird sich wie immer malend einmischen.

„ALMA“ überschreibt Barbara Lanz den Abend am 16. Februar um 19.30 Uhr: Er ist so etwas wie ein Test – und ausverkauft. Weitere Termine werden wohl folgen, hier und andernorts.

Am Freitag wollte Barbara Lanz eigentlich auf der Berlinale sein, lag aber erkältet auf dem Sofa. Die Stimme muss fit werden.

Von Hans-Martin Koch