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Im Salon treffen sich der stets bunt bebrillte Jan Balyon und Gastgeber Michael von Hartz. Foto: t&w

Näher kann Kunst nicht kommen

Lüneburg. Mit dem Begriff des Salons wird heute vor allem die Kunst des Haarschnitts verbunden. In der Altstadt öffnet außerdem der bis zu 200 Besucher fassende Salon Hansen, eine „location“ für Poetry, Party und Musik. Unterm Dach am Stint aber wird die klassische Kultur des Salons gefeiert – als Ort für Kunst, Tanz, Musik, Text und Gespräch in privater Umgebung. Gastgeber im Salon d‘hARTz ist Hausbesitzer Michael von Hartz, befeuert wird der Salon vom Maler und Kunst-Tausendsassa Jan Baylon.

Michael von Hartz hat das nach einem früheren Besitzer und Weinhändler benannte, 2013 durch Brandstiftung zerstörte Lösecke-Haus wieder aufgebaut. 5,8 Millionen Euro flossen in das Gebäude. Außen folgte Bauherr von Hartz dem historischen Vorbild, innen entstanden zehn moderne Wohnungen. Das unterm Dach gelegene Appartment mit traumhaften Blicken über die Altstadt läuft über zwei Etagen, es ist sehr elegant gestaltet. Die Treppe zur oberen Etage ließ von Hartz von Jan Balyon gestalten – „Stairway into the light“.

Eine Reise durch Träume

Da von Hartz, der in Barum lebt und ein erfolgreiches Grafik-Atelier betreibt, die Wohnung kaum nutzt, keimte die Salon-Idee. Balyon wurde dabei zur künstlerischen Konstante. Der Maler, Autor, Musiker und Performer begleitet viele Salon-Abende mit Live-Painting, und wiederholt trat er mit dem Projekt auf, das er mit der Tänzerin Yarica von der Osten-Sacken aufgebaut hat. Ihr Programm „Voyage“ führte zuletzt zu einer Reise durch Träume, Gedanken und Erinnerungen.

Musik, Literatur, Tanz: Die Programme laufen im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung ab. Schauspielerin Barbara Lanz gestaltete einen Solo-Abend, der senegalesische Tänzer und Choreograf Papis Ba verführte das Publikum zum Mitmachen. Pianistin Chantal Mohsenian spielte Musik von Rachmaninoff, Liszt und Schubert, bei Ben Boles ging es in Richtung Pop und Rock.

Der Raum fasst gut 30 Besucher

Der nächste Salon wird ebenfalls musikalisch. Am Sonnabend, 16. März, wird ab 20 Uhr ein Mix aus Chanson und Blues gespielt, vom Trio Barbara Strings & Voices. Wie immer sollten Plätze reserviert werden, über balyon@t-online.de, direkt in seinem Atelier, Auf der Altstadt, 49, oder bei Alto Adige, Lünertorstraße 19.

Der Raum fasst gut 30 Besucher, Künstler und Publikum sitzen hautnah beieinander. „Es entsteht hier etwas, Künstler melden sich, wollen bei uns auftreten“, sagt von Hartz. Blick nach vorn: Schauspieler und Percussionist Christian von Richthofen übernimmt einen Abend (27. April), das Wolfgang Lührs Trio spielt mit Klavier, Querflöte und Bass Musik von Blues bis Swing (4. Mai), und ein Programm mit dem Bariton Timo­the­us Mass ist für den 18. Mai in Planung. Die Ideen reichen weiter bis hin zu einem italienischen Abend, kulinarisch betreut von der Trattoria de Flaviis, die unten im Haus kocht. Aber an dem Rezept wird noch geschrieben.

Von Hans-Martin Koch