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Optimistisch, aber nicht am Ziel: Der Heidekultour-Vorstand mit Gabi Eiberg, Hagen Heigel und Wolfgang Könemann. Foto: Heidekultour

Die Heidekultour lockt wieder

Hanstedt. Die Mutter aller kulturellen Landpartien heißt auch so und findet mit rund 125 Wunderpunkten im Wendland statt, wie immer von Himmelfahrt bis Pfingste n, in diesem Jahr vom 30. Mai bis 10. Juni. In Mecklenburg-Vorpommern stehen im ganzen Bundesland über Pfingsten gelbe Schirme an 500 Orten als Zeichen für „Kunst offen“. Etwas Ähnliches gibt es schon vom 28. April bis 5. Mai, dann verwandelt sich die Lüneburger Heide „Kunst- und Kulturmetropole“.

Das ist ein großes Wort. Die Heide als Metropole? Eingelöst werden soll das Wort zwischen Hollenstedt und Soltau, zwischen Vahlde und Salzhausen. Geladen wird zur sechsten Heidekultour, und alles ist bereitet. 12.000 Broschüren sind gedruckt, Plakate werden gehängt.

Heide als Kulturszene

Die Idee, die Heide nicht nur als Kulturlandschaft, sondern auch als Kulturszene zu präsentieren, brachte Gabi Eiberg aus Todtshorn aus dem Wendand mit, nach dem Besuch der kulturellen Landpartie. Die ging aus dem Anti-Atom-Protest hervor, das schimmert hier und da noch durch. Man versteht sich im Wendland nach wie vor basisdemokratisch, aber Filz, Schmuck und Töpferkram dominieren längst die Landpartie.

Einen politischen Anspruch oder Kern hatte die Heidekultour nicht. Gabi Eiberg wollte zusammenführen und zeigen, was die Heideregion an Kunst und Kunsthandwerk hergibt. Da kam einiges in allen Qualitätsstufen zusammen. Zu Euphorie und Engagement kam aber auch viel Arbeit, nach starkem Start war der Aufwand mehr oder weniger allein nicht mehr zu wuppen. Mittlerweile hat sich ein Verein gegründet, er hat sich die Gemeinnützigkeit erkämpft. Gabi Eiberg ist noch Mitglied im Vorstand, an der Spitze steht der Hanstedter Unternehmer Hagen Heigel. Mit im Team sind Wolfgang Könemann (Lüneburg) und als Beirat Hanstedts Bürgermeister Gerhard Schierhorn – der „gute Engel“, sagt Gabi Eiberg.

Mitgliederzahl im Verein steigt

Rund 30 Ausstellungsorte, 150 Teilnehmer, viel Rahmenprogramm locken um die Monatswende April/Mai. Die Mitgliederzahl im Verein steige, sagt Hagen Heigel, „aber wir müssen mehr werden.“ Dass sich mit Heidekultour auch die Begriffe Tourismus und Kulturtourismus verbinden lassen, ist den Machern recht. „Heidekultour“ hat eine Kernregion rund um Hanstedt, darf auch geographisch wachsen. Auf der professionell gebauten und interaktiven Homepage (www.heidekultour.de) taucht auch Überraschendes auf, einmal Giesendorf bei Lübeck und einmal Nienburg/Weser. Dreimal ist Salzhausen vertreten , auf der Homepage mit Britta Chr. Kellers Atelier Pinsel und Stein und der Malerin Alexandra Eicks. In der Broschüre findet sich außerdem Matina‘s Café, in dem sich mehrere Aussteller präsentieren.

Ein Jubiläum wird mitgefeiert. Seit 25 Jahren betreibt die aus Lüneburg stammende Annette Seelenmeyer in Hanstedt eine Kunstschule. Dort werden zwei ihrer ebenfalls in Lüneburg aufgewachsenen Geschwister ausstellen: der in Berlin lebende Tilman Seelenmeyer, der neben der Malerei im Bereich Animationsfilm tätig ist, und die in Hannover lebende Grafikdesignerin Sabine Lorek-Seelenmeyer.

Von Hans-Martin Koch