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Maike Albath führt nach Sizilien, Jana Simon analysiert die deutsche Gegenwart. Fotos: Tom Schulze, Frank Rothe: nh

Sizilien, die magische Insel

Lüneburg. Sizilien hat große, impulsgebende Schriftsteller wie Giuseppe Tomasi di Lampedusa, die Literaturnobelpreisträger Luigi Pirandello und Salvatore Quasim odo und Andrea Camilleri mit seinen international erfolgreichen Montalbano-Krimis hervorgebracht. Als Fluchtpunkt der Migration aus Afrika ist Sizilien heute wieder ein Laboratorium der Zukunft. Sizilien, die magische Insel, ihre Literatur, ihre brodelnde politische Gegenwart – all das wird zum Thema in „Trauer und Licht“, dem dritten großen Italienbuch von Maike Albath, die mit Land, Literatur und Bewohnern vertraut ist wie nur wenige. Die Autorin ist am Dienstag, 7. Mai, 19.30 Uhr zu Gast im Heinrich-Heine-Haus.

In „Trauer und Licht“ lädt Maike Albath die Leser/innen zu einem Streifzug durch die Geschichte, durch Landschaften und die Straßen von Palermo und Catania, wo sich bis heute eine kulturelle und literarische Vielfalt erhalten hat, die einmalig ist in Europa. Maike Albath ist Literaturkritikerin, hat mehrere Jahre in Italien verbracht und ist eine der profiliertesten Kennerinnen der italienischen Gegenwartskul­tur. Für ihre Arbeit als Literaturkritikerin erhielt sie 2002 den Alfred-Kerr-Preis. Die Lesung gehört zu der Literatur-Reihe „grenzenlos“ und wird moderiert von Heinrich von Berenberg. Er arbeitete zwanzig Jahre lang als Lektor und Übersetzer und entdeckte unter anderem Michel Houellebecq und Roberto Bolaño für den deutschen Buchmarkt. 2004 rief er in Berlin seinen eigenen Verlag ins Leben.

Wie Deutschland sich verändert

Am Dienstag, 14. Mai, wird die Reihe „Was uns bewegt“ weitergedreht: Jana Simon stellt ab 19.30 Uhr im Heine-Haus im Gespräch mit Stephan Lohr ihr Buch „Unter Druck. Wie Deutschland sich verändert“ vor: Die Wirtschaft wächst, die Welt bewundert Deutschland für seine Kraft, Stabilität und Weltoffenheit. Zugleich schrumpft die Mittelschicht, der Reichtum ist ungleicher verteilt als noch vor zwei Jahrzehnten und jeder sechste Deutsche ist armutsgefährdet. Die sozialen Aufstiegschancen sind gering, verglichen mit anderen westlichen Ländern. Ein großer Teil der Deutschen steht unter erheblichem Druck. Was bedeutet das für das Leben Einzelner und für das ganze Land? Die Journalistin Jana Simon, Enkelin von Christa Wolf, zeichnet ein differenziertes Bild Deutschlands. Protagonisten sind unter anderem der frühere EZB-Direktor Jörg Asmussen, ein Polizist aus Thüringen, eine alleinerziehende Krankenschwester, eine „Influencerin“ und der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland.

Jana Simon schrieb für Die Zeit unter anderem über IS-Rückkehrer, die AfD und globale Friedensvermittler. Für ihre Reportagen erhielt sie, u.a. den Theodor-Wolff-Preis und den Axel-Springer-Preis. Ihr Buch „Sei dennoch unverzagt. Gespräche mit meinen Großeltern Christa und Gerhard Wolf“ (2013) war ein Bestseller. Stephan Lohr war Leiter der Literaturredaktion bei NDR Kultur. Heute schreibt er Kritiken und ist Programmberater beim Göttinger Literaturherbst.

Weiter mit „Was uns bewegt“: Am Montag, 20. Mai, 19.30 Uhr im Heine-Haus, stellt Kate Connolly im Gespräch mit Hans-Christian Oeser ihren Titel „Exit Brexit“ vor – ein Nachholtermin, der ursprüngliche Termin am 12. März fiel krankheitsbedingt aus.

Ein skurriler Weg zum deutschen Pass

Neuer Pass, neue Identität, neue Heimat? Kate Connolly, Deutschland-Korrespondentin des Guardian, hat es gewagt – als Reaktion auf den Brexit. Seit Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Potsdam. Aber Deutsche werden? Kaffee statt Tee, preußische Tugenden statt britischer Höflichkeit? Connolly lässt uns an der Identitätskrise teilhaben, die viele Briten seit dem Referendum erleben, und schildert ihren skurrilen Weg zum deutschen Pass. Im Gespräch mit Hans-Christian Oeser erläutert sie zugleich die Beziehungen Großbritanniens zu Europa und geht auf die aktuellen Entwicklungen ein.

Kate Connolly, geboren 1971 in Reading, ist eine der wichtigsten Expertinnen für den Brexit. Seit 1996 ist sie als Journalistin tätig, hat die längste Zeit ihrer Karriere im Ausland verbracht und dabei aus über 20 Ländern berichtet. Hans-Christian Oeser ist Literaturübersetzer, Reisebuchautor und Herausgeber. lz