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Katrin Krauß, Holger Schäfer und Kerstin de Witt eröffnen die neue Saison. Foto: privat

Unter den Linden

Barnstedt. Sie ist die kleinste Gemeinde der Samtgemeinde Ilmenau, punktet aber mit der kleinen Kapelle auf dem Rittergut derer von Estorff, das eng mit der Geschichte Barnstedts verbunden ist. Unter dem Titel „Barn­stedter Kapellenkonzerte“ startet der Musische Förderverein Barnstedt am Sonntag, 28. April, um 17 Uhr mit dem Ensemble Trigon in die neue Saison der 1593 errichteten Gutskapelle, die dank ihrer besonderen Akustik auch unter Künstlern einen guten Ruf hat.

Die drei Barockmusiker stellen ihr Programm unter das Motto „Under der Linden“, ein Liebeslied aus der Feder von Walther von der Vogelweide. Voller Poesie, aber auch enthusiastisch und temperamentvoll, sind die Bearbeitungen der drei Musiker. Dabei entführen ihre Stücke teils ins Mittelalter, teils widmen sie sich späteren Volksmelodien aus Skandinavien, England und Deutschland. Auch lrish Folk hat es ihnen angetan, bekommt aber eine ganz eigene Note.

Minnesänger des Jahres

Zu dem Trio gehört Blockflötistin Katrin Krauß-Brandt, die nach Unterricht bei Lehrmeistern zwischen Hamburg, Mailand und Tilburg (Niederlande) 2006 ihren Master in modaler Musik machte. Die ausdrucksstarke Musikerin beherrscht zudem die Tin Whistle, eine Schnabelflöte, die vor allem in der irischen Folkmusik zum Einsatz kommt. Ein lebendiges Profil verleiht auch Kerstin de Witt der Flöte. Die Stipendiatin der Alfred Toepfer Stiftung gehört zu den erfolgreichsten Deutschen dieses Fachs. Holger Schäfer ergänzt das Trio mit Gesang, Cembalo und Harfe. Der Multi-Instrumentalist und Arrangeur im Bereich Alte Musik ist der Keltischen Harfe verfallen und liebt es, mit ihr singend Märchen zu erzählen, was auch ihm Auszeichnungen einbrachte, zum Beispiel wurde er 2008 und 2012 Minnesänger des Jahres.

Der Sonntag einen Monat später, 26. Mai, steht ganz im Zeichen von Clara Schumanns 200. Geburtstag. Das Triokonzert gestalten Tee Khoon Kang (Violine), Olivia Jermias (Violoncello) und Katharina Hinz (Klavier). Die drei Musikerinnen gratulieren der Pianistin und Komponistin auf ihre Weise, indem sie deren Kammermusikwerk, das schon zu deren Lebzeiten hochgelobt wurde, interpretieren. Daneben stellen sie Beethovens berühmtes Erzherzog-Trio.

Eine besondere Kombination bietet das Aditya Duo am Sonntag, 30. Juni. Der Sommer hat dann bereits zumindest kalendarisch Einzug gehalten und somit passen Bach plus indische Musik womöglich gut zu der Jahreszeit, in der viele das Fernweh packt. Der Geigerin Ava-Rebekah Rahman mit bengalischen Wurzeln steht Matthias Diener, ein Virtuose auf dem Violoncello zur Seite. Der Dozent für Kammermusik an der Folkwang Universität in Essen und Echo-Preisträger sowie der Tabla-Spieler Debasish Bhattacharjee werden gemeinsam mit Rahman Werke von Bach und indische Musik zu neuen Hörerlebnissen verbinden.

Ensemble aus Novosibirsk

Zu einem Dvorak-Abend lädt das Filarmonica Quartet aus Novosibirsk am Sonntag, 28. Juli in die Barnstedter Kapelle ein. Das Ensemble ist eines der bekanntesten Quartette Russlands und wird das Quartett F-Dur op. 96 und das Klavierquintett A-Dur op. 81 intonieren.

„Night in Earth“ heißt es am Sonntag, 18. August, wenn das Duo Ulf Schneider (Violine) und Jan Philip Schulze am Klavier zu „einer musikalischen Reise durch die nächtlichen Zeitzonen der Welt“ einladen. Die befreundeten Musiker werden Werke von Tschaikowski, Mozart und Bruckner erklingen lassen.

Am 15. September gibt es nicht nur etwas Schönes zu hören, sondern auch zu sehen: An dem Sonntag heißt es „Piano und Pantomime“. Der Stummfilmmusiker Stephan Graf von Bothmer und die Pantomimen Wolfram von Bodecker und Alexander Neander haben ein Programm entwickelt, das theatralen Genuss aus Poesie, Melodramatik und Slapstick verspricht.

Den Schlusspunkt setzt die Geigerin Mira Tuyakbayeva mit einem „Musikalischen Kaleidoskop“. Die Solistin aus Kasachstan wird mit einem Pianisten, Werke von Prokofieff, Beethoven und Stravinsky darbieten. Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr.

Von Dietlinde Terjung