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Pianist Fabian Müller spielt am Sonntag im Theater Lüneburg. Foto: privat

Grenzerfahrungen für den Pianisten

Lüneburg. Unter dem Titel „Davidsbündler“ steht das fünfte Meisterkonzert des Lüneburger Theaters – Sonntag, 28. April, 19 Uhr im Großen Haus. Ein halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn gibt es eine dramaturgische Einführung im Seitenfoyer. Es spielen die Lüneburger Symphoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Thomas Dorsch. Auf dem Programm stehen „Valses romantiques pour le Piano“ von Clara Schumann, Robert Schumanns „Sinfonie Nr. 2 C-Dur“ sowie Johannes Brahms‘ „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur“.

Im Geiste Jean Pauls erschuf der junge Schumann den fiktiven Kreis der „Davidsbündler“. Neben Florestan und Eusebius gehörten auch Figuren, deren Charaktere durch lebende und teils verstorbene Künstler inspiriert waren, dem Bund an. Gemeinsam zogen sie los, um die neuen Ideale der Kunst gegen ein altes Spießbürgertum zu verteidigen. Das Konzert beginnt um 19 Uhr im Großen Haus.

Er gastiert regelmäßig bei Festivals

Als Solist für das zweite Klavierkonzert von Brahms ist Fabian Müller zu hören. Für Aufsehen sorgte er 2017 beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München, bei dem er nicht nur den 2. Preis in der Gesamtwertung belegte, sondern gleich vier Zusatzpreise erhielt. Bereits 2013 machte Fabian Müller erstmals vor einem großen Fachpublikum von sich reden, als er beim internationalen Ferruccio-Busoni-Klavierwettbewerb in Bozen mit dem Internationalen Pressepreis, einem Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Ferruccio Busoni sowie mit dem Sonderpreis für die Interpretation zeitgenössischer Klaviermusik ausgezeichnet wurde. Im Frühjahr 2018 gab er sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall, im Herbst 2018 folgte sein Debüt-Recital in der Elbphilharmonie.

Inzwischen musiziert Fabian Müller mit Klangkörpern wie u.a. dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem WDR Sinfonieorchester Köln und dem Beethoven Orchester Bonn. Er gastiert regelmäßig bei Festivals wie dem Rheingau Musik Festival, den Schwetzinger SWR Festspielen, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und dem Aldeburgh Festival sowie in Sälen wie dem Konzerthaus Berlin, dem Münchner Herkulessaal, der Kölner Philharmonie und der Tonhalle Düsseldorf.

Ausdruck von etwas sehr persönlichem

Brahms war für ihn schon immer einer der wichtigsten Komponisten. „Schon als Kleinkind habe ich zugehört wie meine große Schwester die späten Klavierstücke von Brahms gespielt hat und ich war jedes Mal berührt von dieser Mischung aus großer Traurigkeit und Nostalgie und gleichzeitig einem ganz selbstlosen, liebevollen Trost. Es ist keine Musik, um sich auf der Bühne darzustellen, sondern Ausdruck von etwas sehr persönlichem“, so Fabian Müller. „Das zweite Klavierkonzert von Brahms ist eine Grenzerfahrung für den Pianisten.“ lz