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Die AG Musik.Theater.Machen probt für ihre zweite Uraufführung. Foto: t&w

Düstere Wolken am Horizont

Lüneburg. Was vorher passierte, wird hinterher erzählt – im Kino nennt man das einen Prequel: Vor zwei Jahren erlebte die Wilhelm-Raabe-Schule vier ausverkaufte Vorstellungen des Musicals „Zauberstunden“, das die Schüler/innen der AG Musik.Theater.Machen gemeinsam mit dem Komponisten Daniel Stickan und dem Theater-Chefdramaturgen Friedrich von Mansberg entwickelt und geschrieben hatten. „Dunkler Zauber“, die Fortsetzung des Projekts, erzählt nun die Vorgeschichte. Premiere: Donnerstag, 6. Juni, 19.30 Uhr in der Aula.

Wie war das damals, als Deutschlehrer Magikus und Lehrerin Analyma selber noch zur Schule gingen? Woher kommt ihre erbitterte Feindschaft? Und wie ist das nun wirklich mit dem Zaubern? Dazu entführt Daniel Stickan musikalisch in die Welt der 20er- und 30er-Jahre, zwischen Swing und Tango.

Individualisten und Sonderlinge

Irgendwann, vor nicht allzu langer Zeit: Schulleiter Wilhelm Raabe unterrichtet seine „magischen“ Schüler/innen persönlich, unter ihnen auch Babeth und Luise, Annegret und Markus. Man genießt das Leben, hört gute Musik, tanzt und hält sich für unbesiegbar. Doch am Horizont türmen sich dunkle Wolken: Die „Neue Ordnung“ gewinnt an Kraft und Einfluss. Und die hat wenig übrig für Individualisten und Sonderlinge.

Hans und Lehrerin Getrude Gottgleich führen die „Neue Ordnung“ an. Und beide haben auch ganz persönliche Interessen: Während Gottgleich Raabes Posten als Schulleiter haben will, geht es Hans vor allem um Annegret. Die ist aber mit Markus zusammen. Und Babeth und Luise? Auch die beiden sind ein Paar – und bekommen es angesichts der wachsenden Aggressionen in der Schule mit der Angst. Und als man Luise ins Heim stecken will, da weiß auch Raabe: Der Tag der Entscheidung ist gekommen.

Dunkler, dramatischer und konfliktreicher

Aus den Ideen der Schüler/innen der AG Musik.Theater.Machen ist diesmal eine düstere Geschichte entstanden, voller Dramatik, Hoffnung und Enttäuschung, Liebe und Streit. Initiator Friedrich von Mansberg empfindet die Fortsetzung des Projekts als besonderes Glück: „Es ist toll, über einen so langen Zeitraum kontinuierlich mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten. Und die Vorstellungen der Jugendlichen, wie ein Musical zu sein hat, haben sich auch deutlich verändert: Ernsthafter sollte das neue Stück werden, dunkler, dramatischer und konfliktreicher, und vielleicht sogar mit einem aktuellen gesellschaftlichen Bezug.“

Mit dabei ist auch ein Profi: Seit dem letzten Sommer unterrichtet Philipp Lang an der Schule, der professionelle Musical-Darsteller übernimmt die Rolle des Wilhelm Raabe. Weitere Aufführungen: 7., 12. und 14. Juni, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Wilhelm-Raabe-Schule. Das Projekt wird präsentiert vom Verein der Freunde und Förderer an der WRS in Kooperation mit dem Theater Lüneburg, unterstützt von der Sparkassenstiftung Lüneburg. ff