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Große Gefühle, große Gesten, große Musik: Mit „Nabucco“ gelang Verdi sein erster Erfolg als Opern-Komponist. Foto: Festspieloper Prag

Die ersten Galeerenjahre des Meisters

Lüneburg. Giuseppe Verdis weltberühmter Gefangenenchor bekommt für seinen Auftritt eine optisch und akustisch schöne Kulisse: den Lüneburger Marktplatz. Am Sonntag, 21. Juli, 19 Uhr, gastiert die Festspieloper Prag mit der Oper Nabucco unter dem Titel „Sommer Klassik Open Air“. Für alle Beteiligten eine Herausforderung: Sänger, Orchester, Regie und Technik müssen sich bei jeder Spielstätte neu auf die atmosphärischen und akustischen Gegebenheiten einstellen. Einige hunderttausend Zuschauer haben das Opern-Event schon erlebt. Der Vorverkauf läuft.

Grundlage der Oper ist das Libretto des Italieners Temistocle Solera (1816–1878). Die Handlung speist sich aus Legenden um den biblischen Herrscher Nabucco (dt. Nebukadnezar II), König Babylons von 605 bis 562 vor Christus. Mit seiner Herrschaft sind Bauten wie das Ischtartor, die Hängenden Gärten und der babylonische Turmbau verbunden. Hintergrund der Opernhandlung sind die Eroberung Jerusalems 587 v. Chr. und die Wegführung des jüdischen Volkes in babylonische Gefangenschaft 586 v. Chr. (2. Könige 25). Das Libretto übernimmt daraus nur wenige Motive.

Nabucco belagert Jerusalem

Die Handlung besteht aus vier Akten. Der Auftakt: Nabucco belagert Jerusalem. Die Einwohner beten unter dem Hohepriester Zacharias um Gottes Schutz. Zacharias sagt den Hebräern, dass ihnen Fenena, die Tochter Nabuccos, als Geisel dienen soll. Er überantwortet sie Ismael, dem Neffen des Königs von Jerusalem. Fenena und Ismael lieben einander, seit Fenena einst Ismael aus dessen babylonischer Gefangennahme befreit hat und mit ihm nach Jerusalem gekommen ist. Doch auch Abigail, vermeintliche Erstgeborene Nabuccos, verliebt sich in Ismael. Es gelingt ihr, das liebende Paar im Tempel gefangen zu nehmen. Abigail ist bereit, Ismael freizulassen, wenn er sie liebt und Fenena verlässt. Doch Ismael weist sie zurück. Er will das Schicksal seines Volkes teilen. Nabucco erobert Jerusalem. Zacharias offenbart ihm, dass Fenena Geisel der Hebräer ist. Als Nabucco, um seine Tochter zu retten, daraufhin die Stadt nicht mehr plündern will, entlässt Ismael Fenena in die Freiheit. Da verbrennen die Babylonier den Tempel, und die Hebräer verfluchen Ismael.

Der erste große Erfolg Verdis

„Nabucco“ markiert den Beginn der „Galeerenjahre“ Verdis, in denen er sich von immer neuen Verträgen zum Schreiben von nicht immer erfolgreichen Opern treiben ließ. Der Begriff geht auf einen Brief Verdis von 1858 zurück: „Seit Nabucco habe ich sozusagen keine ruhige Stunde mehr gehabt. Sechzehn Jahre Galeerenarbeit“, schrieb der Komponist da – also von 1842 bis 1858. Zugleich war Nabucco der erste große Erfolg Verdis. lz