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Katja Meier (r.) und Antjé Femfert präsentieren Kostüme, die noch einmal zu Ehren kommen. Foto: ff

Von jedem Stück ein Stück

Lüneburg. Ausgerechnet das wohl unbequemste Kleidungsstück der Spielzeit hatten sich die Jugendlichen zum Lieblingskostüm erkoren: Brunhilds schwerer Pelzmantel, eher ein Panzer, Beate Weidenhammer spielte darin die stärkste Frau der Welt. Jetzt kommt dieses Ungetüm noch einmal zu Ehren: “Repeat – von jedem Stück ein Stück“ heißt die neue Produktion des TheaterJugendClubs, am Donnerstag, 20. Juni, feiert die Collage Premiere auf der Jungen Bühne T.3.

Bisher hatten Katja Meier und Antjé Femfert jeweils eigene Jugendensembles geleitet, jetzt gehen sie gemeinsam auf die Bühne: 21 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 19 Jahren; sie hatten die Möglichkeit, jede Generalprobe der Spielzeit zu besuchen. Anschließend wurde darüber gesprochen, gesungen getanzt. Von den rund dreißig Stücken wählte der JugendClub nun ein Dutzend Inszenierungen aus, um sie in die eigene Sprache zu übersetzen, einen neuen Blickwinkel zu finden, die Geschichte anders weiterzuerzählen.

Nicht immer werden Kostüme gebraucht

Die Nibelungen schafften es also in die Auswahl der jungen Schauspieler/innen, neben Brunhilds Panzerpelz wurde auch Siegfrieds Disco-Glitzerkostüm aus dem Fundus geholt. Anderswo kommen Tinkerbells Kleidchen und die Fischerhemden aus „Gold!“ noch einmal zu Ehren.

Nicht immer werden Kostüme gebraucht, Requisiten gibt es überhaupt keine, Kulissen auch nicht. Wichtiger sind Ausdruck, Bewegung und Choreographie: Bei „Mongos“ beispielsweise, bei dem Drama um zwei körperbehinderte junge Männer, geht es um und ewige Sehnsucht nach funktionierenden Beinen oder sogar Flügeln. Daraus machte das Ensemble ein Bewegungsstück, in dem sie einander die Beine festhalten, sie fesseln. „Die Opferung von Gorge Mastromas“ faszinierte das Ensemble genauso wie die Akteure von „Glaube, Liebe, Hoffnung“, zuallererst natürlich die Elisabeth. Es gibt Monologe, Tanz, der Konzertflügel auf der Bühne kommt zum Einsatz. Die Länge der Spielszenen reicht von 15 Sekunden bis zu 15 Minuten. Insgesamt 90 Minuten umfasst die „Repeat“Collage, es gibt keine Pause. Die Premiere beginnt um 20 Uhr, weitere Aufführungen sind für den 25. und 26. Juni geplant.

Letzte Premiere der Saison: „Singin’ in the Rain“

Damit nähert sich die Spielzeit 2018/19 des Theaters Lüneburg ihrem Ende. Die letzte Premiere wird noch einmal richtig die Zuschauerbilanz befeuern: Am Sonnabend, 29. Juni, hebt sich der Vorhang für das Musical „Singin’ in the Rain“ von Betty Comden, Adolph Green, Nacio Herb Brown und Arthur Freed. Für viele Kinogänger ist es der beste Musicalfilm aller Zeiten, Selbst der Wetterbericht wurde schon mit Gene Kellys berühmter Liebeserklärung an das warme Regenwetter eröffnet. 1983 schließlich erlaubte die Filmgesellschaft MGM endlich eine Bühnenadaption des Films.

Hollywood, 1927: Der Tonfilm erobert die Kinos, und was für den einen die Chance auf Ruhm und Reichtum ist, bedeutet für die andere das sichere Karriereende. Filmstar Don Lockwood und seine Filmpartnerin Lina Lamont sind das unangefochtene Traumpaar des Stummfilms. Doch während der Dreharbeiten zu ihrem neuen Film werden die Pläne aus aktuellem Anlass plötzlich geändert, jetzt soll auch in diesem Film gesungen und gesprochen werden.

Die musikalische Leitung hat Ulrich Stöcker, die Inszenierung stammt von Olaf Schmidt, die Premiere ist ausverkauft. In der nächsten Spielzeit wird es weiter regnen.

Von Frank Füllgrabe