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Dem Hamster geht es gut, er hat für sich allein jede Menge leckerer Äpfel gebunkert. Aber Marlene, die schöne Krötendame, möchte etwas abhaben. Foto: Mapili-Theater

Von egoistischen Hamstern und unglücklicher Liebe

Lüneburg. Als Werther bei einem Tanz Lotte kennenlernt, ist der junge Mann hingerissen: Sie nimmt alle seine Sinne gefangen und er weiß nicht mehr, ob Tag oder Nacht ist – wie das eben so kommt, wenn man heftig verliebt ist. Doch auch die Fallhöhe ist entsprechend groß: Werther verbringt glückliche Tage – aber dann kehrt Albert von einer Reise zurück, Lottes Verlobter. Werther ringt um seinen Verstand, der Liebeskummer droht übermächtig zu werden. Lotte heißt Charlotte Buff: In nur sechs Wochen schrieb sich der 24 Jahre junge Johann Wolfgang Goethe sein Leid über seine unglückliche Liebe zu Charlotte von der Seele.

Auftakt mit Goethes Werther

Der autobiografisch geprägte Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ wurde ein europaweiter Erfolg. Das Büchlein stand streckenweise sogar auf dem Index, weil die Macht der Erzählungen auf junge Menschen zu groß sein und sie mit in den Abgrund reißen könnte. Das Jugendensemble 4 des e.novum-Theaters lotet nun in der Regie von Antjé Femfert die Beziehungen zwischen Werther, Lotte und Albert aus; Premiere für Zuschauer ab 14 Jahren: Sonnabend, 14. September, 20 Uhr, damit beginnt zugleich die Herbst-Winter-Saison von Margit Weihes Theater am Munstermannskamp.

An Kinder ab vier Jahren richtet sich ein Gastspiel des Tamalan Theaters in der Regie von Kai Helm: „Vom tapferen Schneider, oder: Frechheit siegt!“ ist als „flotter Schwank mit merkwürdigen Riesen und großer Fliege“ angekündigt. Gespielt wird Sonntag 15. September, um 15 Uhr, am Tag darauf um 10 Uhr noch einmal für Kindergärten.

Das Impro-Theater-Ensemble Steife Brise aus Hamburg mit seinen Spontanszenen auf Zuruf gehört mit seinen Besuchen längst zum festen Programm im e.novum. Nächster Termin: Freitag, 20. September, mit einem Weihnachtsspecial ist die Truppe außerdem am 29. und 30. November zu erleben. Motto: „Lametta ist out, glitzernde Einhorn-Kugeln sind in. Wir wollen wieder Traditionen zelebrieren!“

Teilen ist eine feine Sache – wenn man derjenige ist, mit dem geteilt wird. Aber selbst etwas abgeben? Alles hätte so schön sein können für Hannes Hamster in seinem Apfelkistenreich: prallvolle Vorratssäcke, jede Menge rotbackiger Äpfel. Aber Marlene, die schöne Krötendame, und Winnie der Vogel, bringen seine Idylle durcheinander. „Gib her! Eine Geschichte übers Teilen“ erzählt Manuel Virnichs Mapili-Theater am Sonntag 27. Oktober, 15 Uhr, wiederum für Kinder ab vier Jahren, und wieder mit einer Anschluss-Vorstellung am Tag darauf für Kindergärten.

Keine Weihnachtszeit ohne Charles Dickens

Das Weihnachtsmärchen dreht sich um Hans Christian Andersens „Die Prinzessin auf der Erbse“, gespielt vom Kinderensemble 3 ab 10. November. Nicht von Andersen stammt der Auftritt eines Erbskäfers, und ohnehin werden die Regisseure Kirstin Rechten und Nils Beckmann die Geschichte ein wenig der modernen Zeit anpassen. Die Musik komponiert Ulf Manú. Bis 2. Dezember sind die Termine dicht getaktet, gibt es zum Teil zwei Vorstellungen pro Tag.

Keine Weihnachtszeit ohne Charles Dickens, diesmal: Oliver Twist. Der Waisenjunge Oliver wächst im Armenhaus auf, ohne zu wissen, wer seine Eltern waren. Hunger, Prügel und Ungerechtigkeit sind sein Alltag. Mit seinen zwölf Jahren muss er bei einem Sarghändler in die Lehre, er wird misshandelt und gequält. Oliver flüchtet und gerät in London als Taschendieb an einen wohlwollenden Menschen: Ausgerechnet einer der Bestohlenen, der reiche Mr. Brownlow, hat Mitleid mit dem Jungen. Doch schon bald scheint das Glück Oliver wieder zu verlassen. Es spielt das Kinderensemble 2 in der Regie von Edina Hasselbrink für Kinder ab acht Jahren; Musik von Ulf Manú, Premiere: Sonntag, 8. Dezember.

Der Vorverkauf (unter anderem bei der LZ) hat begonnen, Infos bietet die neu gestaltete Homepage des Theaters.

von Frank Füllgrabe