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Jenny van Bree und Wolfgang Nadrag sind das Duo „Jelfi“. Foto: ff

Der Weg zu den Sternen

Hohnstorf. Jenny van Bree hat zurzeit einen leicht erhöhten Benzinverbrauch. Das lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn der Partner im Leben wie in der Schlagermusik ziemlich genau tausend Kilometer entfernt wohnt. Das ist die Strecke, die von Hohnstorf nach Wundschuh führt, das liegt in der Nähe von Graz. „Jelfi“ heißt das Duo, das steht natürlich erstens für Jenny, zweitens für Wolfi, genauer: für Wolfgang Nadrag. Damit geht die Karriere von Jennifer Bredow, die ihr Berufsleben als Verwaltungs-Fachangestellte in Lüneburg begann, in ein neues Kapitel.

Ein Mal im Jahr berichtet sie der LZ über ihren Werdegang. Und es läuft nicht schlecht. Wolfgang Nadrag ist in seiner Heimat bekannt als Sänger, Gitarrist und Produzent des Duos „Herztattoo“. Jenny van Bree ist vor allem als Jenny van Bree bekannt, als Solo-Künstlerin also. In Hamburg arbeitet sie im Studio 17 von Vladimir „Lalo“ Titenkov, der für Yvonne Catterfeld gearbeitet hat, für Michelle, Roland Kaiser und Helene Fischer, aktuell als Co-Produzent von Dieter Bohlen in der Branche aktiv ist. Hier, im Schanzenviertel, entstehen Lieder für das Album „Lebenslänglich“, im Herbst soll es erscheinen. Es ist das zweite, der Nachfolger von „Zeitlupenmoment“.

Im Mai kam die erste Single zur Welt

Kennengelernt haben sich Jenny und Wolfi im November vergangenen Jahres beim Soundcheck für eine Benefiz-Gala – „und uns gleich ineinander verguckt“, erzählen die beiden. Einen Monat später wurde die Sache konkreter, Jelfi wurde gegründet, im Mai kam die erste Single zur Welt: „Wenn du es loslässt“, den Titel beschreibt Jenny van Bree als „Schlager mit Disco-Fox-Elementen“. Mittlerweile gibt es auch das gemeinsame Label Jelfi Records, in dem auch die Lieder von drei Kolleg(inn)en produziert werden: Nina LaVida, Lars Hagen und Bianca Holzmann. Jelfi Records hat Studios in Hamburg und Graz, an der hohen Benzinrechnung für die mit Equipment vollgestopften Autos wird sich also in absehbarer Zeit nichts ändern.

Leichte Unterhaltung, aber schwer erarbeitet

Die Titel von Jenny und Wolfi klingen so, wie Schlager eben klingen: „Der Weg zu den Sternen“ beispielsweise, „Regenbogenfarben“ oder „Warum hast Du nicht nein gesagt?“. Leichte Unterhaltung, aber schwer erarbeitet, denn je ungezwungener, lockerer ein Lied rüberkommt, um so mehr Studio-Stunden stecken in der Regel darin darin. Obwohl: „Es fällt uns leicht“, sagt Jenny, „das flutscht einfach so raus.“

Bis Ende des Jahres hat Jelfi noch reichlich Auftritte, am liebsten würden die beiden, da lassen sich Beruf und Privates nicht trennen, nach Mallorca, auch wenn es dort – siehe Jürgen Drews – schon einen Schlagerkönig gibt. Am 20. November geht es dann in den kühlen Norden, dann rollt die „Schlagerwelle“, mit Cindy Berger, Markus, mit Achim Petry (jawohl, das ist der Sohn von Wolfgang) und vielen anderen vertrauten Künstlern. Bei manchen, etwa bei bei Bata Illic, (Hitparade, 70er-Jahre, Dieter Thomas Heck!) dürften sich viele Menschen wundern, dass sie noch aktiv sind. „Das ist ein Vorteil beim Schlager“, sagt Jenny, „du kannst dich lange in dieser Branche halten“.

Von Frank Füllgrabe