Donnerstag , 12. Dezember 2019
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Literaturbüro
Die Journalistin und Autorin Julia Ebner ist Spezialistin für Undercover-Recherche. (Foto: Phil Coomes)

Das geraubte Glück

Lüneburg. Zwangsverheiratung und Ehrenmord sind in unserer Gesellschaft noch immer präsent. Warum zwingen Eltern ihre Kinder zu einer Ehe? Warum wehren sich die Töchter und Schwiegertöchter nicht? Warum beugen sich Söhne und Schwiegersöhne und warum betrachten Männer Frauen als ihren Besitz? Und wie kommt es zu Ehrenmorden? Im Rahmen der Reihe „Lüneburger Herbst der UN-Frauenrechtskonvention“ stellt Rukiye Cankiran ihr Buch „Das geraubte Glück. Zwangsheiraten in unserer Gesellschaft“ vor: Dienstag, 1. Oktober, 19 Uhr im Foyer der Volkshochschule.

Rukiye Cankiran, 1971 in Hamburg geboren, studierte in Lüneburg Angewandte Kulturwissen­schaften. 2004 bis 2014 war sie hauptberuflich in EU-Projekten mit Themenschwerpunkten Integration und Diversity tätig. Seit 2015 arbeitet sie in Frauenprojekten für Migrantinnen. Bei Terre des Femmes und im Migrantinnen Bund Hamburg engagiert sie sich für die Rechte der Frau. Weitere Veranstaltungen des Literaturbüros Lüneburg:

Politische Mythenbildung

Montag, 7. Oktober, Heinrich-Heine-Haus, 19.30 Uhr: Ines Geipel liest in der Reihe „Ausgewählt“ aus „Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass“. Ines Geipel verknüpft die eigene Familiengeschichte mit der Geschichte der DDR und sucht Antworten auf die Fragen, woher das Unversöhnliche, der Hass und die Abwehr des Fremden im Osten kommen. Sie folgt den politischen Mythenbildungen des neu gegründeten DDR-Staates, seinen Schweigegeboten, Lügen und seinem Angstsystem, das alles ideologisch Unpassende harsch attackierte. Seriöse Vergangenheitsbewältigung konnte unter diesen Umständen nicht stattfinden, stattdessen prägen Verdrängung und Verleugnung die Gesellschaft bis ins Private hinein, wie die Autorin mit der eigenen Familiengeschichte eindrucksvoll erzählt.

Gemeinsam mit ihrem Bruder, den sie in seinen letzten Lebenswochen begleitete, steigt Ines Geipel in die „Krypta der Familie“ hinab und folgt den Spuren zu unserer nationalen Krise. Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium aus Jena nach Westdeutschland und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie. Sie hat vielfach zu Themen der Geschichte des Ostens publiziert.

Dienstag, 15. Oktober, Heinrich-Heine-Haus, 19.30 Uhr: Julia Ebner liest in der Reihe „Was uns bewegt“ aus „Radikalisierungsmaschinen. Wie Extremisten die neuen Technologien nutzen und uns manipulieren.“ Julia Ebner verfolgt hauptberuflich Extremisten. Undercover mischt sie sich unter Hacker, Terroristen, Trolle, Fundamentalisten und Verschwörer. Sie geht den Fragen nach: Wie rekrutieren, wie mobilisieren Extremisten ihre Anhänger? Was ist ihre Vision der Zukunft? Wie wollen sie diese Vision erreichen?

Um Antworten zu finden, schleust sich Julia Ebner ein in zwölf radikale Gruppierungen quer durch das ideologische Spektrum. Sozusagen von der anderen Seite beobachtet sie Planungen terroristischer Anschläge, Desinformationskampagnen, Einschüchterungsaktionen, Wahl­manipulationen. Ihr Buch macht Radikalisierung fassbar, es ist Erfahrungs­bericht, Analyse, Weckruf.

Julia Ebner, geboren 1991 in Wien, forscht am Institute for Strategic Dialogue in London zu Online-Extremismus. Sie arbeitet mit zahlreichen Regierungsorganisationen und Polizeiorganen zusammen. Sie ist Online-Extremismus-Beraterin der UN, NATO und der Weltbank. Sie schreibt regelmäßig für den Guardian und die Süddeutsche Zeitung. Ihr Buch „Wut. Was Islamisten und Rechtsextreme mit uns machen“ war ein SPIEGEL-Bestseller.

Babyboomer und Millennials

Montag, 21. Oktober, Heinrich-Heine-Haus, 19.30 Uhr: Andrew Ridker liest in der Reihe „grenzenlos“ aus „Die Altruisten“. Andrew Ridker zählt zu den jungen Stars der US-amerikanischen Literatur. Der 1991 geborene Autor hat nach seinem Studium in St. Louis und Oxford in einem Verlag gearbeitet und nebenbei Erzählungen und Artikel ver­öffentlicht. Mit seinem Debütroman „Die Altruisten“ begeisterte Andrew Ridker Lektorinnen und Lektoren in aller Welt, sodass sich die Rechte in rund 20 Länder verkauften. Überraschend, lebensklug und mit feinem Humor erzählt Andrew Ridker eine Familiengeschichte über den Konflikt zwischen Babyboomern und Millennials, über die Kraft von familiären Banden, über Glaube und Vernunft, Privilegien und Politik – und die Frage, was es kostet, ein guter Mensch zu sein. lz