Donnerstag , 14. November 2019
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Stimmige Atmosphäre für Mittelalter-Magie: Margarete von Schwarzkopf im Kapitelssaal des Klosters Lüne. Foto: t&w

Von dem Fluch der Kelten bis zum Brexit

Lüneburg. Einen besseren Ort für „Der Fluch der Kelten“, Margarete von Schwarzkopfs drittem und letzten Buch ihrer Trilogie, gibt es kaum. Denn hier, im Kapitelsaal des Klosters Lüne, hält ihre Hauptprotagonistin, die Kunsthistorikerin Anna Bentrop einen viel beachteten Vortrag, bevor sie zurück nach Hannover fährt. Unter dem imposanten Krönungsporträt von Georg II., der König von Hannover und von England war. „Die ersten beiden Bände meiner Trilogie spielen zu Zeiten Georgs III., dem Enkel von Georg II.“.

In englischer Historie kennt sich die Autorin bestens aus, denn sie studierte einst Anglistik und Geschichte in Bonn und hegt seit Kindheitstagen eine große Liebe für englische Literatur. Ihre Mutter weckte mit englischsprachigen Krimiklassikern in der jungen Margarete nicht nur die Lust am Lesen, sondern machte sie auch zu einer kunstbegeisterten Museumsgängerin. „Ein Museum, eine Kirche, ein Eis“ – so lautete das Sonntagsprogramm in der Jugend der renommierten Literaturkritikerin.

Bezüge zu aktuellen Themen

Ebenso wie die beiden ersten Bücher der Trilogie – Der Moormann und Schattenhöhle – spielt auch Der Fluch der Kelten auf zwei Zeitebenen: Los geht es zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Helgoland, in der Gegenwart spielen große Teil des Krimis am Steinhuder Meer. An beiden Orten müssen Menschen sterben: Weil acht keltische Masken, „der größte Schatz von Annas Tante“, über eine besondere Macht verfügen? Tatsächlich, so erzählt die Autorin, habe die irische, keltische und also auch druidische Kultur bis heute starke, esoterische Züge. Aber auch Bezüge zu aktuellen Themen wie den Brexit greift die Journalistin und Moderatorin, die ebenso wie ihre Kinder viel Zeit in England und Irland verbringt, in ihrem Buch auf. Lange hatte sie sich einen Optimismus bewahrt, mittlerweile aber fürchtet sie, dass der Brexit eintreten wird.

Schon einmal Gast beim Krimifestival

Jan Orthey, Inhaber der Buchhandlung Lünebuch und Veranstalter des bereits zehnten Lüneburger Krimifestivals, „darf an diesem Abend vorne sitzen“, neben der Autorin, mit der er sich gemeinsam auf eine Lesereise begibt. Die beiden kennen sich gut, denn Margarete von Schwarzkopf war schon einmal Gast beim Krimifestival, damals gab es technische Probleme. „Ich musste den Funksender anderthalb Stunden hoch über den Kopf halten“, erinnert sich Orthey lachend, „daran habe ich eine bleibende Erinnerung“. Und dank dieses vertrauten Miteinanders antwortet von Schwarzkopf herrlich offen, klar und wach auf Ortheys Fragen: „Schwierig“ seien ihre Krimi-Kollegen mitunter, am schlimmsten sei Kritik, wenn sie „wohlmeinend“ sei.

Ob ihre Trilogie nach dem dritten Buch tatsächlich zu Ende sei? „Na ja, bei einer anderen Lesung hat mir eine Dame geraten, eine zweite Trilogie zu schreiben. Warum auch nicht?“ Und möglicherweise spielt Lüneburg als Schauplatz dann eine gewichtigere Rolle.

Von Silke Elsermann