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George Nussbaumer (l.) und Richard Wester servieren „Something Special“.

Von balladiös bis sonnig

Reinstorf. Musik verbindet – eine knappe Formel, die auch sehr gut zum One World in Reinstorf passt. Der Verein hat sich die Förderung der internationalen Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens auf die Fahnen geschrieben und präsentiert Monat für Monat ein Kulturprogramm, das in den Räumen des ehemaligen Gasthofes in Reinstorf stattfindet. Dazu gehören Reihen wie „Global Grooves“, „Local Heroes“ und neuerdings auch „Klassisches“. Hier ein Überblick über „Blues und Verwandtes“:

Zu einer musikalischen Reise durch 70 Jahre akustischen Blues lädt Rainer Brunn am Freitag, 28. Februar, ein, Titel: „Jewels of Acoustic Blues“. Im Vorprogramm spielt bereits um 19 Uhr die McEbel–One Man Bluesband. Auf Originalinstrumenten der Zeit präsentiert der Bamberger, seit 25 Jahren on tour, Titel von John Hurt, Blind Blake, Skip James, Robert Johnson bis hin zu Songs zeitgenössischer Bluesmen wie etwa Taj Mahal oder Keb‘ Mo‘. Ragtime und Swing-Titel fehlen ebenso wenig wie Balladen und Instrumentalstücke. Auch „The Sunny Side of Blues“ kommt nicht zu kurz. Brunn ist bekannt für seinen druckvoll-groovigen Gitarrenstil und eine ausdrucksstarke Stimme.

Die Band „House on a Hill“ setzt die Reihe „Blues und Verwandtes“ am Sonnabend, 14. März, um 20 Uhr, fort. Sie präsentiert akustischen Blues, Folk, Americana und Soul. Ihre Spielfreude ist mitreißend, geht zu Herzen und in die Beine. Zu verdanken ist das vor allem Claus „Dixi“ Diercks. Die Hamburger Blueslegende schaffte es bei der Castingshow The Voice Senior ins Finale. Das Repertoire reicht von Balladen, über Zydeco- bis hin zu Soul- und Country-Titeln. Und im Vorprogramm ab 19 Uhr zeigt Newcomer Julius Lehmann am Boogie-Piano sein Talent.

In Deutschland gilt er als Geheimtipp

Tags darauf, am Sonntag, 15. März, machen George Nussbaumer und Richard Wester mit „Something Special“ einen Tour-Stopp im One World, ab 20 Uhr. Das neue Programm umfasst viele eigene und diesmal auch deutschsprachige Lieder im Bereich Blues, Soul und Singer/Songwriting mit der „schwärzesten Stimme Österreichs”, dem blinden George Nussbaumer am Piano, dazu Richard Westers groovige Instrumentals mit Saxophon und Flöten – eine faszinierende Mischung. Neben seinen Eigenkompositionen interpretiert der blinde Musiker Bluesklassiker von Bob Dylan bis Randy Newman. In Deutschland gilt er als Geheimtipp. Richard Wester (Saxophone, Flöten), zuhause bei Flensburg, komponiert aufwendige Crossover-Musik.

Bereits zum zweiten Mal zu Gast in Reinstorf: „Rock‘n‘rolllll … direkt unters Röckchen, live, dreckig, ohne Schnörkel … für euch“, so steht es bei Micky auf Facebook. Und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Das Blues-Klischee erfüllt er mit links – Karrieren als Krankenpfleger, Regalauffüller im Supermarkt, Güterwaggon-Reiniger bei der Reichsbahn in Berlin-West, Ringsprecher beim Boxen, Juror beim „Deutschen Rock-Pop-Preis“ und beim „John-Lennon-Award“. Micky spielt mit seiner Band Van Wolfen eine entstaubte Neuinterpretation des Blues, die 20- bis 30-jährigen Musikhörern ebenso gefällt wie der – immer noch CDs kaufenden – Generation Rolling Stones, und zwar Frauen wie Männern, in Stadt und Land. die