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Struwwelpeter
Die Premiere platzt, das Projekt bleibt: Das KulturCircus-Team bilden (von oben nach unten) Thomas Reiche, Stefan Wahle, Marnie Wahle, Henning Thomsen, Wiebke Marherr und Doris Reiche. (Foto: Nowak)

Der Struwwelpeter soll zurückkehren

Thomasburg. Marnie und Stefan Wahle suchten ein Haus irgendwo auf dem Lande, mit viel Platz innen und außen, und schön sein sollte es natürlich auch. Sie haben es gefunden und ein ganzes Dorf dazu. Ein engeres Leben in und mit einer Dorfgemeinschaft war zunächst gar nicht geplant. „Aber Thomasburg ist besonders“, sagt Marnie Wahle in ihrer Villa Wipfelberg zwischen rustikalen Holzmöbeln und Buddhafiguren. Nun ist sie mit einer Gruppe dabei, in Thomasburg einen KulturCircus zu errichten, und zur Premiere sollte am 18. April der wilde „Struwwelpeter“ in Schmidts Kartoffelscheune rumoren. Sollte…

Rock-Musical als neues Genre

Der „Struwwelpeter“, als Junk-Oper im Original von den Tiger Lillies, war ein Langzeit-Hit im Lüneburger Theater, genauer: im Foyer der T.NT-Studiobühne. Die rockig-wilde, mit schwarzem Humor durchzogene und ziemlich morbide Fassung des 1844 als Kinderbuch gedachten „Struwwelpeters“ entpuppte sich als Initialzündung für ein neues Genre im Theater, das Rock-Musical. „The Black Rider“ stürmte die große Bühne, und zurzeit plant das Team um Gregor Müller und Philip Richert den dritten Streich: „Der Sturm“ nach Shakespeare, die Premiere am 27. Juni im Theater ist ausverkauft.

Bei allen Projekten war bzw. ist der Schlagzeuger Henning Thomsen an Bord der Band. Er wohnt in Thomasburg. Seine Lebensgefährtin Wiebke Marherr, Sängerin bei Just Big, wiederum mischt mit im KulturCircus, der die Aktivitäten des Fördervereins Thomasburg erweitert. So kam die Wiedererweckung des „Struwwelpeter“ auf den Weg.

Verlegung auf das nächste Jahr

„Nach unserer Überlegung werden wir das auf nächstes Jahr Mai/Juni verschieben. Es ist ja nicht abzusehen, wie lange der ganze Mist hier andauert“, sagt Marnie. Eine Verschiebung in den Herbst sei nicht möglich, „da können wir unsere Location nicht nutzen.“

Der KulturCircus wird weiterbestehen. „Perspektivisch wollen wir ein Zirkuszelt aufbauen und dort möglichst über mehrere Tage ein Programm bieten“, sagt Marnie Wahle. Ideen dazu gibt es viele, von Lesungen bis Theater, Musik bis Workshops. Ziel ist es, aufs Land Künstler zu locken, „die sonst mit ihren Programmen und Performances nur im städtischen Kulturumfeld zu sehen sind.“ Noch steckt darin viel Zukunftsmusik.

Von Hans-Martin Koch