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Kathrin Hanke und Claudia Kröger 2018 bei der Vorstellung eines Kochbuchs in der Kulturbäckerei. Foto: t&w

Jede schreibt nun für sich allein

Lüneburg. Immer war die Heide im Spiel: Blutheide, Heidegrab, Eisheide, Heideglut, Heidezorn, Mordheide und schließlich Heidefluch. Die Begriffe bzw. Buchtitel stehen für ein Dreamteam des Regionalkrimis. Sieben Bücher um die Lüneburger Kommissarin Katharina von Hagemann schrieb das Autorinnenduo Hanke/Kröger. Jetzt im frühen Jahr wäre Fall acht fällig, aber das Duo hat Schluss gemacht. Jede schreibt nun für sich allein. Gab es da Heidenärger? „Alles ist gut“, sagt Claudia Runge, die nicht mehr Kröger ist.

Für ihre Heidemorde hatten die Autorinnen eine gemeinsame Sprache gefunden. Jede strickte die Geschichte weiter, wann gerade Zeit war. Das klappte gut, Hanke/Kröger erschrieben sich eine Fangemeinde. „Aber wie manche Dinge so sind“, sagt Claudia Runge, „es gab einfach immer mehr zeitliche Probleme“. Sie startete in die Selbstständigkeit, gründete ein Kreativbüro, macht jetzt vor allem Zeitung für „Wat löpt – Anzeiger und Kulturgazette für Ihre Region“ mit Sitz in Marschacht. Das Bücherschreiben rückt bei ihr erst einmal in den Hintergrund.

„L(i)eben ist … eine Mottoparty“

Bei Kathrin Hanke nicht, ganz im Gegenteil. Sie ist sehr produktiv, zeigt als Autorin zwei grundverschiedene Seiten. Unter ihrem Mädchennamen Kathrin Langer schreibt sie Liebesromane, zuletzt „L(i)eben ist … eine Mottoparty“. Da geht es auf 224 Seiten vorwiegend heiter und romantisch zu. Hanke kann auch finster: Im Bildband „Hamburgs dunkle Seiten“ versammelt sie Aufnahmen aus dem Hamburger Polizeiarchiv, Dokumente aus der Frühzeit der Tatortfotografie. Das ist ganz schön grauselig.

Aber was wird aus der Lüneburger Kommissarin Katharina von Hagemann, aus ihren Fällen und ihrem Liebesleben? Die Autorinnen suchten eine Lösung: „Die einzige war schließlich die Entscheidung, dass nur eine von beiden die Reihe fortführt, was mit mehr zeitlicher Flexibilität und kürzeren Entscheidungswegen einhergeht“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Wer die gemeinsame Homepage des Autorinnenduos anklickt, wird jetzt zu Kathrin Hankes Seite weitergeleitet.

Kein Heidenstreit zwischen den Autorinnen

Sie lässt jetzt etwas Heidegras über die Regionalkrimis wachsen, aber 2021 soll es weitergehen, wieder im Gmeiner-Verlag. Kathrin Hanke schreibt schon dran.

Und dass es tatsächlich keinen Heidenstreit zwischen den Autorinnen gab, zeigt sich im Kalender auf Kathrin Hankes Webseite. Da ist für Donnerstag, 23. April, zum Welttag des Buchs eine Hanke/Kröger-Lesung in der Lüneburger Ratsbücherei angekündigt. So viel Heidenspaß muss sein.

Von Hans-Martin Koch