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Proben mit Sicherheitsabstand: Rita Arkenau-Sanden und Reinhard Gräler. (Foto: Krankenhaus Winsen)

Musik als Trost in schwerer Zeit

Winsen. Musik spendet Trost – auch in Zeiten von Corona. Doch ist es gegenwärtig kaum möglich, Musik live zu erleben. Deshalb haben sich Rita Arkenau-Sanden, Solotrompeterin der Lüneburger Symphoniker, und Reinhard Gräler, Organist und Kantor an der Kirche St. Marien in Winsen, zusammengetan und in der Kirche ein Konzert per Video aufgenommen. Es ist ab kommenden Sonntag, 5. April, 11 Uhr, auf der Videoplattform YouTube zu sehen.

Gewidmet ist dieser Auftritt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses Winsen. Die Künstler bitten ihre Konzertgäste, an den Freundeskreis der Klinik zu spenden und so die Arbeit derer zu unterstützen, „die sich selbst in den Hintergrund stellen, um uns zu helfen.“

Ein Sonntagnachmittag in St. Marien. Durch die Fenster blitzt der Frühlingssonnenschein. Doch die Kirche und auch die Straßen der sonst so geschäftigen Winsener Innenstadt sind gespenstisch leer. Die Angst vor einer Corona-Ansteckung hat das öffentliche Leben von einem auf den anderen Tag beendet. „Ich habe mich gefragt, was ich in dieser Situation für unsere Gesellschaft tun kann“, so Arkenau-Sanden. Da sie und auch Reinhard Gräler dem Krankenhaus Winsen besonders verbunden sind, fiel ihnen die Entscheidung leicht, ihre Musik in den Dienst der guten Sache zu stellen.

  • Das Bürgertelefon zum Corona-Virus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.

Wer Hilfe anbieten möchte oder Unterstützung sucht: www.coronahilfe.bfw-design.de oder www.lebendiges-lueneburg.de/solidaritaet

Ein Engagement, mit dem sich die Künstler einiges abverlangen. In der Kirche, in der die beiden stundenlang proben, ist es bitter kalt. Doch Rita Arkenau-Sanden legt ohne zu zögern Schal und Handschuhe ab. Gleich darauf sind strahlende Trompetenklänge zu hören. Mit Reinhard Gräler an der Orgel erklingt der erste Satz des Konzerts in A-Dur von Johann Sebastian Bach – eine Hymne an das Leben, voller Dynamik und funkelnder Klarheit, die das Herz berührt, die Gedanken ordnet und die Seele auftanken lässt.

Rita Arkenau-Sanden und Reinhard Gräler kennen sich schon seit Jahren. Sie verbindet eine gemeinsame Liebe zur Kirchenmusik. Die Corona-Krise hat auch ihr Leben völlig verändert. Gottesdienste, Ensemble-Arbeit, Orchesterproben und Konzerte – alles abgesagt. Mit dem Videoprojekt haben die Künstler eine neue Form gefunden, sich an ihr Publikum zu wenden. „Wir spielen jetzt vor leeren Bänken, aber nicht vor tauben Ohren“, ist Rita Arkenau-Sanden sicher.

Unterstützt von Johannes Klemm, Chefarzt im Krankenhaus Winsen, suchten die Musiker nach einem Unternehmen, das bereit war, das Konzert aufzuzeichnen. Und fanden es in der Lüneburger Protones Veranstaltungstechnik.

Da die Kosten einer regulären Aufzeichnung nicht zu stemmen waren, hat Protones den Konzertmitschnitt kurzerhand zum Azubi-Projekt erklärt. Weil Profis den Film schneiden, dürfen sich die virtuellen Konzertbesucher trotzdem auf exzellenten Musikgenuss freuen. Außer dem Bach-Konzert sind Kompositionen von Heinrich Stoelzel, Antonin Dvorak und Henry Purcell zu hören. „Alles leicht zu verstehende Musik, die jeden begeistert und wirklich berührt“, erklären die Künstler.

Spendenkonto: Gesellschaft der Freunde und Förderer des Krankenhauses Winsen, Sparkasse Harburg Buxtehude, IBAN DE 44 2075 0000 0007 0444 07, BIC NOLADE21HAM. Stichwort: „Danke, dass Ihr für uns da seid“. Auf Wunsch wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt. lz