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Symbolträchtig: Installation mit Kupfermünzen (2018) von Nicolas Guagnini in der Halle für Kunst. Der Kunstverein erhält nun Förderung vom Landschaftsverband. Foto: oc

Von Humor bis Läusealarm

Lüneburg/Uelzen. Dies ist eine gute, überraschende Botschaft für die Kulturszene: Es ist noch Geld da. Es kommt vom Land und wird über den Lüneburgischen Landschaftsverband weitergereicht: Corona-Sondermittel. „Anträge bis maximal 8000 Euro müssen bis zum 15. Juli gestellt sein. Wir beraten gern“, sagt Geschäftsführerin Anne Denecke. Eine Einschränkung allerdings schmerze, denn Solo-Selbstständige können aus dem Topf nicht bedient werden.

Ausgeschrieben ist die Corona-Hilfe für gemeinnützige Kultureinrichtungen und Kulturvereine. Anträge, die über 8000 Euro hinausgehen, müssen direkt ans Land gestellt werden. Detaillierte Informationen finden sich unter www.lueneburgischer-landschaftsverband.de. Landschaftsverbände wie der Lüneburgische sind in Niedersachsen seit 2005 für die regionale Kulturförderung zuständig. Betreut werden von der Geschäftsstelle in Uelzen aus die Landkreise Celle, Gifhorn, Harburg, Heidekreis, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen sowie die Städte Celle, Lüneburg und Wolfsburg. Das Gebiet umfasst 21 Prozent der Fläche Niedersachsens.

Zuständig für regionale Förderung

Neben der Beratung und eigenen Aktivitäten wie der Vergabe eines Kunstpreises verteilt der Landschaftsverband Fördermittel, die in erster Linie vom Land kommen. Hier gilt, dass alle Anträge unter 10 000 Euro bearbeitet werden, über höhere Beträge entscheidet das Land. Eigenmittel vergibt der Landschaftsverband aus Spenden der Landschaftlichen Brandkasse und Beiträgen der zehn kommunalen Mitglieder.

Über die Vergabe der regionalen Fördermittel entscheiden die Hauptverwaltungsbeamten der Mitglieder. Auf ihrer jüngsten Sitzung wurden acht Anträge aus Stadt und Kreis Lüneburg bedacht, mit insgesamt 41.995 Euro.

Die größte Förderung erhält die Lüneburger Halle für Kunst. Das für Dezember geplante Ausstellungsprojekt „Humor“ wird noch in den Räumen an der Reichenbachstraße durchgeführt. Zum Jahreswechsel muss die Halle für Kunst dort raus. Der Verein hat neue Räume in der Innenstadt gefunden, aber noch keinen Vertrag unterschrieben.

Größte Förderung geht an die Halle für Kunst

Mit 3755 Euro wird der Kunstverein Region Dahlenburg unterstützt, der zum 30. Jahr der deutschen Wiedervereinigung das Thema „zusammen, wachsen“ ins Zentrum stellt. Ab 6. September sind Zeichnungen der Hamburger Professorin Gesa Lange und der Rostocker Bildhauerin Susanne Rast zu sehen. Am 25. Oktober folgt eine Werkschau der Fotografen Ute und Werner Mahler.

Der Kunstverein Lüneburg bekommt 2400 Euro für die Ausstellung „Der verdichtete Raum“. Das zweiteilige Projekt soll im November beginnen. Mit 4950 Euro wird das in Herrenhof im Amt Neuhaus beheimatete „allerhand theater“ in der Regie von Puppenspielerin Cornelia Unrauh gefördert, genauer, eine neue Produktion mit dem Arbeitstitel „Läusealarm bei Königs“. 1400 Euro bekommt das Lüneburger Kammerorchester für ein Konzert, das im Kloster Lüne geplant ist.

Zukunft der Chöre ist noch unklar

Drei weitere Förderungen gehen an Chöre. Wann sie wieder proben und auftreten können, ist völlig unklar. Aber das „Gloria“ von Giacomo Puccini am 4. Oktober in St. Johannis wird mit 5000 Euro bezuschusst, das Singspiel „Joseph und seine Brüder“ am 7. November in St. Michaelis mit 2500 Euro und die für Dezember geplante Aufführung des Requiems von Karl Jenkins durch die Städtische Cantorei mit 4000 Euro.

Was passiert mit dem Geld, wenn geförderte Projekte ausfallen müssen? Dann heißt es natürlich: Geld zurück. Aber nicht ganz: Für vertragliche Künstlerhonorare bis 1000 Euro werden 60 Prozent der Antragssumme ausgezahlt; bei Honoraren, die über 1000 Euro liegen, sind es noch 40 Prozent.
Anne Denecke weist auf ein weiteres befristetes Förderprogramm hin, ein Investitionsprogramm für kleine Kultureinrichtungen. Mehr dazu auf der Internetseite.

Von Hans-Martin Koch