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Schüler dringen in den unterirdischen Block vor, die Schaltzentrale der Macht. Foto: nh

Schüler drehen einen Internet-Spielfilm für die „Heide-Wendland-Filmklappe“

Von Frank Füllgrabe
Lüneburg/Uelzen. Nur ganz naive Menschen glauben noch, dass sie im Internet anonym bleiben können. Längst ist klar, dass Institutionen aller Art über die „User“ riesige Datenmengen sammeln, um sie auszuwerten und so Profile zu erstellen. Jetzt aber werden die Maschen des globalen Netzes noch enger: Ein neuer Server wird hochgefahren, das NGN das Kürzel steht für „Neues Globales Netzwerk“, dahinter steht die WSO, die Welt-Sicherheits-Organisation. Doch dann dringen Untergrundkämpfer in das System ein, um es zu sabotieren.

Davon erzählt der rund 18-minütige Spielfilm „Gefangen im Netz“ gedreht und gespielt von Schüler(inne)n des Herzog-Ernst-Gymnasiums Uelzen und der Herderschule Lüneburg. Im Mittelpunkt des ambitionierten Projekts steht Timon Kraaz hinter den Kulissen: Er schrieb das Drehbuch, führte Regie, hatte die Produktionsleitung inne, wird im Abspann auch bei Szenenbild und Requisite genannt.

Junger Regisseur mit Wettbewerbs-Erfahrung

Der Science-Fiction-Film ist ein Beitrag für den Jugend-Kurzfilmwettbewerb „Heide-Wendland-Filmklappe 2016“. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche aus den Landkreisen Harburg, Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Danneberg. Der mittlerweile vierte Wettbewerb wird von den Landkreisen gemeinsam veranstaltet, von der Filmklappe-Zentrale in Seevetal-Hittfeld (mit Initiator Ekkehard Brüggemann) koordiniert, von Kinos und unter anderem von LZ-Play, dem Videoportal der Landeszeitung, unterstützt. Die Jury besteht aus fünf Personen, mit dabei ist auch der Lüneburger Schauspieler Burkhard Schmeer.

Der Uelzener Timon Kraaz ist fast schon ein Routinier in der Filmbranche: Er gewann den Wettbewerb im vergangenen Jahr als 14-Jähriger mit dem14-minütigen Film „Fremde“ in der Kategorie der Klassen acht bis zehn. Am Beispiel der jungen Fadime weist der Film auf die Problematik der Gewalt gegen Flüchtlinge hin. Entlang der Geschichte des syrischen Mädchens erzählt „Fremde“, wie Flüchtlinge die Bedrohung im noch fremden Land erleben.

Nun also „Gefangen im Netz“, eine Dystopie, angesiedelt im Jahr 2050. Rebellen dringen in den „Block“ ein, die unterirdische Zentrale des neuen Netzwerks, sie hacken sich in die TV-Sender und behaupten: „Wir sind die Guten.“ Aber schnell wird klar, dass auch diese Untergrund-Organisation, die sich die Freiheit der Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben hat, ihr eigenen Interessen mit rabiaten Mitteln verfolgt.

Neuer Server im unterirdischen „Block“

Insgesamt 13 Filme wurden für den Filmwettbewerb 2016 eingereicht, der Kraaz-Film dürfte zu den Favoriten gehören. Mit dabei ist auch ein Stop-Motion-Film der Lüneburger Kuntschule Ikarus, er geht in der Kategorie „Klassen fünf bis sieben“ an den Start. Preisverleihung ist am Mittwoch, 16. November, um 10 Uhr im Kinocenter Winsen (Nordertorstraße).