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Pia Maaß-Emden (links) und Sami Böse in der aktuellen Produktion Herr der Diebe. Das Stück wird wieder ab 8. Januar gespielt. Foto: t&w

Programm im e.novum: junge Kraft für alte Klassiker

Lüneburg. Die Erfahrung machen sie ja alle: „Das Sperrige läuft nie so gut, was nicht Mainstream ist, hat es schwer“, sagt Magrit Weihe und setzt nach: „Aber ich will nicht jammern.“ Es gibt auch nicht wirklich Grund dazu, denn das ablaufende Jahre ist wieder gut bis sehr gut gelaufen im theater im e.novum. 116 Kinder exakt sind zurzeit in den verschiedenen Gruppen aktiv, und wenn auch nicht alle, sehr viele Abende waren wieder ausverkauft in dem Theater am Munstermannskamp. Weiter geht es schon am 8. Januar mit einer bekannten Produktion, die trotzdem eine Premiere darstellt.

Denn die Theaterfassung von Cornelia Funkes Bestseller „Herr der Diebe“ wurde von zwei Gruppen einstudiert. Also steht für die Inszenierung von Edina Hasselbrink die B-Premiere an. Neun Aufführungen sind im Januar geplant. Zielgruppe sind alle ab acht Jahren.

Margit Weihe setzt auf „Don Quijote“

Alles in allem sind es um die 80 Vorstellungen, die in dem Theater von Kindern für Kinder gespielt werden, von Jugendlichen für Jugendliche, aber auch von Erwachsenen für Erwachsene. Von allem ist auch im ersten Halbjahr 2017 etwas dabei, an einer Sache aber wird gespart.

„Wir laden weniger Gastspiele ein“, sagt die Theaterleiterin, die im Jahr 2000 ihr Konzept einer Theaterschule samt Bühne ins Leben rief. Es dauerte nicht lange, und sie führte Wartelisten. Margit Weihes Konzept ist straff, sie fordert und fördert. Einige aus ihren Truppen haben die Sprung ins Profidasein riskiert. Was auf der Bühne gezeigt wird, besitzt Qualität, ist oft mitreißend, was allein schon die Begeisterung der Akteure garantiert.

Margit Weihe ist die Chefin des Hauses, aber sie hat ein Team, das vor und hinter den Kulissen Wesentliches leistet. Neben Edina Hasselbrink führen bei den kommenden Produktionen Antjé Femfert und Michael Bischof Regie. Die erste große Produktion aber übernimmt Margit Weihe selbst. Sie hat wieder einen Klassiker aufbereitet: „Don Quijote“ von Miguel Cervantes. Margit Weihe schrieb einen Text für das Jugendensemble 7, Ulf Manú komponierte dazu passende Musik. „Wie schafft es jemand, trotz aller Widerstände zu sich selbst zu stehen?“ Oder: „Wie kann man lieben, auch wenn es kaum Hoffnung gibt?“ Solche Fragen stellt das Drama an Besucher ab acht Jahren ab Sonnabend, 18. September.

Im Team von Margit Weihe gibt es wieder Veränderungen. Nicole Bettinger wird als Bühnenbildnerin aktiv. Die Chorleiterin Anna Schwemmer unterstützt die jungen Darsteller als Vocal Coach.
Produktion zwei kommt von den Erwachsenenen. Antjé Femfert wird die Groteske „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ einstudieren, ein Strück über den Umgang mit Menschen, die nicht der eigenen Norm folgen.. Das Erwachsenensensemble 3 spielt Witold Gombrowicz Stück ab 25. März. Die dritte Produktion folgt am 6. Mai. Da türmt sich viel schwarzer Humor auf in „Mr. Pilks Irrenhaus“. Das Jugendensemble 10 spielt, angeleitet von Michael Bischof.

Am Ende stehen „STarke STücke“

Ganz ohne Gastspiele geht das Halbjahr nicht ab. Allen voran stürmt die Steife Brise ins Haus niemand war dort häufiger zu Gast. Der Auftritt am 4. Februar (20 Uhr) sei schon sehr stark gefragt, sagt Margit Weihe. An Kinder richten sich zwei Gastspiele: Manuel Virnich vom Mapili Theater spielt „Simon und Nuna. Spaghetti, Sturm und Fahrradhelm“, ein Figurentheaterstück ab vier Jahren am Sonntag, 26. März, um 15 Uhr und am Montag, 27. März, um 10 für Kindergärten. Den Janosch-Klassiker „Oh, wie schön ist Panama“ führt das Trotz-Alledem-Theater aus Bielefeld am Sonntag, 30. April, um 15 Uhr auf.

Das ist nicht alles. Denn es folgt noch die Reihe „STarke STücke“. Das sind Schauspielkurspräsentationen, bei denen die Austattung keine große Rolle spielt. Am Sonnabend, 17. Juni, gibt es „Meisterdetektiv Kalle Blomquist“ von Astrid Lindgren (Regie: Edina Hasselbrink) um 14 Uhr und Cornelia Funkes „Drachenreiter“ (Regie: Kirstin Rechten) um 17 Uhr. Es folgen am Sonntag 18. Juni, um 14 Uhr „Matilda“ nach dem Kinderbuch von Roald Dahl (Regie: Julia Knappe) und um 17 Uhr „Am Samstag kam das Sams zurück“ von Paul Maar (Regie: Julia Knappe).

Von Hans-Martin Koch